Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 557 (sequence 562)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3476254-3476292--9603-3485754- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Dobkin, Feld schuh, Feinstein 557 Zu Absatz a) dieser Anträge liegen Minderheitsvoten vor, von denen das eine die Hachscharah auf berufliche und landwirtschaftliche Ausbildung beschränken, das andere auch noch die körperliche Hachscharah einbeziehen will. DR. RÜBEN FELDSCHUH (Juden*., Polen — spricht hebräisch): Obwohl unsere Minderheitsvoten in der Kommission nicht angenommen wurden, bringen wir sie erneut vor den Kongreß, in der Hoffnung, daß er sich über alle Kleinlichkeiten erheben und bereit sein wird, nicht nur an die heute herrschende Mehrheit, sondern an die ganze Bewegung zu denken. Unser Antrag lautet (liest): In Anbetracht des schlechten psychischen, kulturellen und gesundheitlichen Zustandes, der in den Hachscharah-Kibbuzim in der Galuth herrscht, speziell in jenen, die weder landwirtschaftlich noch fachlich sind, ferner in Anbetracht des geringen Wertes und des Mangels eines Anschauungsunterrichtes über die Bedingungen Erez Israels in den allgemeinen Hachscharah-Kibbuzim im Galuth, beantragen wir, diese fehlerhafte Hachscharah, die weder landwirtschaftlich noch fachlich ist, zu liquidieren und im Laufe von sechs Monaten alle Chaluzim aus den gewöhnlichen Kibbuzim in landwirtschaftliche oder fachliche zu überführen. Zu diesem Zweck beantragen wir, für alle diese Chaluzim eine Reihe zusätzlicher Farmen, Werkstätten und Fachschulen zu gründen. Ferner beantragen wir, daß die Jewish Agency dafür sorgt, daß die Hachscharah nicht zur Gänze im Galuth gemacht wird, sondern daß die geeigneten Elemente nach Erez Israel gebracht und dort in einem nationalen Arbeitsdienst organisiert werden, was zu einer Gesundung des Zustandes in der Hachscharah im Galuth und zur Hebung des Geistes des Chaluz in Erez Israel sowie zur' Stärkung der schöpferischen Arbeitskraft der nationalen Institutionen in Erez Israel führen wird. Sollte es vorläufig nicht möglich sein, unseren Antrag betreffend nationalen Arbeitsdienst durchzuführen, so muß mindestens die Hachscharah, die keine fachliche oder landwirtschaftliche ist, in der Diaspora beseitigt werden. Die Hachsdiarah hat drei Ziele: die Entwicklung des Körpers, die psychologische Vorbereitung für ein Leben der Arbeit und die Gewöhnung der Menschen an den Dienst für die Allgemeinheit. In Polen, dem Hauptlande der Ghaluzbewegung und Hachscharah, beschränkt sich, wie wir gesehen haben, die Hachscharah in den allgemeinen Hachscharah-Kibbuzim darauf, daß die Chaluzim Wasser pumpen, Holz hacken, Tote beklagen und Totengebete sagen lernen. Diese Hachscharah ist völlig wertlos für das Leben in Palästina. Sie bereitet den Menschen nicht für das Land vor. Die Chaluzim werden in diesen Kibbuzim erregt und nervös. Wenn die Hachsdiarah in der Diaspora, die wir grundsätzlich überhaupt ablehnen, noch einen Sinn hat, dann nur, wenn sie in fachlichen und landwirtschaftlichen Kibbuzim vor sich geht. S. FEINSTEIN (Arb.y Polen — spricht hebräisch): Ich will gegen den letzten Vorschlag nicht polemisieren. Er gehört eigentlich überhaupt nicht auf einen Zionistenkongreß. Warum hat der Antragsteller nicht den Vorschlag seines Führers Großmann aufgenommen, die Hachscharah gänzlich einzustellen? Warum spricht er nur von einer Einschränkung der Hachscharah? Vom Gesichtspunkte des Aufbaues Palästinas ist die Hachscharah die Rüdekehr zum Judentum. Sie sammelt nicht nur die versprengten Teile der jüdischen Jugend aus allen Teilen der Diaspora und macht aus Atomen Träger der Freiheitsbewegung unseres Volkes. Sie führt die Jugend zum