Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 539 (sequence 544)
- Language
- German, English, Hebrew
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Feinstein, Mossinson, Ostrowski 539 hungswesens, die Schulen des Misrachi und die Arbeiterschulen. Von der gesamten Schülerzahl besuchen etwa 60% die allgemeinen Schulen, 25% die Schulen des Misrachi und 15% die Arbeiterschulen. In den letzten Jahren wurden von verschiedenen Seiten im Jischuw Versuche unternommen, das Schulwesen zu dezentralisieren. Es gibt aber Meinungsverschiedenheiten über die Zentralisierung des Schulwesens. Ein Teil ist für die absolute Zusammenfassung des Erziehungswesens in den Händen des Waad Leumi, ein anderer wieder für die Ubergabe der Schulen an die Städte und Kolonien und für eine pädagogische Zentralisierung. In der Kommission kamen all diese Meinungen zum Ausdrude, aber auch die Haltung des Waad Leumi, die dahin geht, daß wir, wenn wir die jüdische Autonomie des jüdischen Schulwesens in Erez Israel gegenüber der Regierung bewahren wollen, auf der Zentralisierung des Schulwesens in der Hand des Waad Leumi bestehen und gegen jede Zersplitterung eintreten müssen (Beifall). Die Kommission hat nach eingehender Beratung folgenden Antrag angenommen (liest): 1. ZUR FRAGE DER ZENTRALISATION DES ERZIEHUNGSWESENS. Infolge der großen, vielgestaltigen Einwanderung und der Kompliziertheit des Erziehungswesens der jüdischen Bevölkerung Palästinas und in der Erkenntnis der Gefahr, die der Einheit des palästinensischen Erziehungswe&ens infoige der im Jischuw vorhandenen Tendenz nach Dezentralisierung des Erziehungswesens droht, ersucht der Kongreß den Waad Leumi der Knesseth Israel und den Jischuw in all seinen Teilen und Strömungen, sorgfältig darauf zu achten, daß die Zentralisation des jüdisch-nationalen Erziehungswesens in der Hand der Knesseth Israel erhalten bleibt und daß die autonomen Rechte der drei Strömungen des jüdischen Erziehungswesens Palästinas entsprechend der Verfassung des Erziehungswesens der Knesseth Israel gewahrt bleiben. Der Antrag ist klar. Wir wollen mit ihm die Autonomie aller Richtungen im Erziehungswesen sowie seine Einheit sicherstellen. Der Antrag wird ohne Debatte angenommen. BERICHTERSTATTER RAW M. OSTROWSKI: Wir kommen zum Antrag 2. Sie wissen, daß während der ganzen Zeit zwischen dem Waad Leumi und der Mandatsregierung Verhandlungen über die Budgetquote für jüdische Erziehung geführt werden. Diese Quote ist seit der Übernahme des Erziehungswesens durch den Waad Leumi sehr gestiegen. Ende $692 betrug sie weniger als 20.000 Pfund, für das kommende Jahr 5696 hat die Regierung die Quote auf 36.000 Pfund festgesetzt. Auf den ersten Blick erscheint dies wie eine beträchtliche Steigerung; wenn wir jedoch die Zahlen an dem prüfen, was uns gebührt, so sind wir noch weit davon entfernt, daß die jüdischen Forderungen von der Regierung erfüllt werden. Es besteht zwischen dem Waad Leumi und der Regierung eine Meinungsverschiedenheit über den Modus der Festsetzung der Quote. Die Regierung hat diese Quote vor drei Jahren gemäß dem Verhältnis der Zahl der jüdischen Kinder im volksschulpfliditigen Alter zur Zahl der arabischen Kinder festgesetzt. Demgemäß kam die Regierung zu einer Quote von 36.000 Pfund. Der Waad Leumi war der Meinung, daß dieser Schlüssel ungerecht ist. Nach seiner Meinung müßte die Quote nach der Zahl der jüdischen Einwohner im Verhältnis zu der der arabischen bestimmt werden. Das Verhältnis der