Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 533 (sequence 538)
- Language
- German, English, Hebrew
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M. Berlin, Weizmann, Feinstein, Mossinson 533 Nach dem Tode eines großen Mannes kommt gewöhnlich ein Nachfolger, der die Lücke ausfüllt. Heute aber, bei unserer großen Arbeit, wissen wir: die Generation hat ihren Führer verloren. Für ihn haben wir keinen Nachfolger, ihn wird niemand ersetzen können. Der Raum bleibt leer* Erez Israel trauert und wird noch lange diesen Verlust nicht verschmerzen können. Die Mauern Jerusalems wurden erschüttert, die Festung Judas sank zu Boden. Es verschied der Herr des Geistes, der Thora und des Glaubens. Nichts machte ihn in seinem starken Glauben und in seiner Geduld wanken. Er glaubte daran, daß die Erlösung des Volkes in der allernächsten Zukunft erfolgen wird. Wehe uns! Gefallen ist die Krone von unserem Haupte, wir finden keine Worte, die unserer Verzweiflung Ausdruck geben könnten. Nur Du, o Herr, der Jerusalem erbaut hat und in Zion wohnt, wirst uns helfen können. Hilf uns um des großen Frommen willen, der in jene Welt hinübergegangen ist. Möge seine Seele in den Bund des Lebens eingebunden sein! PRÄS.-SEKR. DR. HERLITZ: Morgen, um 7.30 Uhr, findet in der hiesigen Synagoge eine Trauerkundgebung statt. VORS. PRÄS. DR. WEIZMANN: Zum Zeichen der Trauer unterbreche ich nunmehr die Sitzung für 10 Minuten. Nach Wiederaufnahme der Sitzung erteilt der Vorsitzende Vizepräsident Dr. Mossinson das Wort zur Fortsetzung seines Berichtes über die Anträge der Arbeitskommission dem BERICHTERSTATTER SEEW FEINSTEIN (Arb.f Polen - spricht hebräisch): Ich habe bereitsin der Nachmittagssitzung über die Arbeits Verteilung in der Kommission gesprochen. Ich will hier erneut betonen, daß die Kommission die Beschlüsse über Awodah Iwrith einstimmig angenommen hat, da sie der Meinung ist, daß man Chaluziuth nicht nur von den Arbeitern und jenen Arbeitgebern verlangen kann, die zionistisch eingestellt sind, sondern daß es Pflicht der ganzen zionistischen Bewegung ist, Maßnahmen zu ergreifen, um dem jüdischen Arbeiter die Verwurzelung im Lande und speziell in der Landwirtschaft zu erleichtern. VORS. VIZEPRÄS. DR. MOSSINSON: Ich erinnere daran, daß Herr Dr. Hindes in der Nachmittagssitzung den Antrag gestellt hat, in Antrag 1 palästinensischen Wirtschart" zu streichen. BERICHTERSTATTER S. FEINSTEIN: Ich erkläre mich gegen diesen Antrag. Wir haben uns nicht nur um die Eingliederung von Einwanderern zu kümmern, sondern auch darum, daß die jüdische Bevölkerung Palästinas ihr jüdisches Gepräge erhält. Wir bestehen hierauf hinsichtlich der Sprache und Kultur und unserer politischen Rechte. Es wäre seltsam, würden wir hierauf nicht auch hinsichtlich der entscheidenden Grundlage, des jüdischen Charakters der Wirtschaft des Jischuw, bestehen. Anderenfalls entsteht eine Situation, wie in Ness Ziona, Sichron Jaakob und Mischmar Hajarden, daß man beim Betreten des Ortes nach dem Aussehen der arbeitenden Eledie Worte Charakters der sich entfaltenden