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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 532

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 532 (sequence 537)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476292--9578-3485729
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532 jS, Kongreß-Sitzung: Trauerfeier für Oberrabbiner Kuk vielleicht noch in diesem Winter, ein Siedlungspunkt in Erez Israel mit Menschen seiner geistigen Richtung nach dem großen Toten genannt werden soll. Das ist das einzige, was der Zionistenkongreß, was die Zionistische Organisation dem großen Heimgegangenen geben kann. Möge dieser Bau einer Siedlung auf den Namen des Mannes, dem das Land so nahe stand und für den die, die den Boden bearbeiteten, Heilige waren, nach seinem Geiste und in seinem Geiste sein! Wir wollen es so einrichten, daß sein Name und sein Andenken ewig unter denen lebe, die den großen Toten gekannt und verehrt haben. RABBI MEIR BERLIN (Misr., Ostgalizien — spricht hebräisch): Verwaist ist die Generation, verwaist Palästina und verwaist sind wir alle. Unser Vater ging dahin. Der große Rabbi Jizchak Hakohen Kuk liebte das Volk Isreal wie nur ein Vater seine Kinder liebt. Nach ihm ist keiner geblieben, der so heiß sein Volk lieben und das Land Israels so anbeten wird, wie er es immer getan hat. Er kümmerte sich um jede Einzelheit, die sich in unserer Bewegung und Arbeit ereignete. Er freute sich jeder Errungenschaft, ob sie groß oder klein war. Jedes Hindernis und jeder Fehler, den wir begingen, verursachte ihm Schmerz und Kummer. Er verstand sein Volk und kannte die Lage der Generation und ihre Lebensbedingungen, daher verzieh er ihr alles. Er war immer der Mensch der Initiative, immer derjenige, der die anderen zur Tat bewog. In allen Angelegenheiten Erez Israels war er uns der liebende Vater. Nach seinem Tode sind wir verwaist und es gibt keinen Trost mehr. Wir haben keinen Vater und keinen Künder mehr. Wer wird uns jetzt Thora lehren, wer unsere Zweifel lösen, unsere Schwierigkeiten beseitigen? Wir haben viele Zweifel, manchmal finden wir nicht den richtigen Weg, wir wissen oft nicht, was besser ist, zu handeln oder abzuwarten. In all diesen schwierigen Zeiten der Zweifel und der Unsicherheit wandte sich das religiöse Judentum an seinen großen Lehrer, der immer Rat wußte und bereit war, Hilfe zu leisten. Wie eine Feuersäule war er in unserer Mitte. Die Säule ist gefallen. Er war der Grundpfeiler unserer großen Renaissancebewegung, ihr Jachin und ihr Boas. Gefallen ist die Zeder im Libanon, verdunkelt das Licht. Wir haben keinen Lehrer und keinen Führer mehr, keinen Fürsten der Gottesfurcht, des Glaubens und der göttlichen Schau in unserer Generation. Denn unser großer Rabbi Kuk war nicht nur ein Gaon unserer Thora — schon in seiner frühesten Jugend gehörte er in der Jeschi- ' wah in Woloszyn zu den Größten —, sondern einer der größten Führer der Generation, ein Schriftsteller und Künder von Gottes Gnaden. Seine Gespräche waren Gelehrsamkeit und Poesie, die Poesie des Glaubens, das Hohelied zwischen Israel und seinem Land und seinem Gott, ein neues Lied, das Lied der Erlösung und Befreiung seines gepeinigten Volkes. Er verstand das Volk in der Stadt und auf dem Lande. Er verlangte den höheren Zionismus. Er kämpfte nicht nur für die jüdische Wissenschaft, sondern auch für die Grundlageruder ökonomischen und objektiven Existenz des Volkes in seinem Lande. Er interessierte sich für die zionistische Politik und war in ihr hervorragend tätig. Es trauert über den großen Verlust vor allem das Heilige Land, das seinen Oberrabbiner verloren hat — ein unersetzlicher Verlust.

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