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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 529

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 529 (sequence 534)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Feinstein, Hindes, Mossinson, Weizmann, Ussischkin 529 jetzt die Sitzung nicht fortsetzen. Ich will dem Heimgegangenen jetzt keinen Nachruf halten. Dazu wird noch Gelegenheit sein. Es ist ein unersetzlicher Verlust, den wir erlitten haben. Ich unterbreche die Sitzung. Die Sitzung wird um ij Uhr js Min. unterbrochen. TRAUERFEIER FÜR RABBI KUK. Nach Wiederaufnahme der Sitzung um zi Uhr abends ergreift zunächst das Wort VORS. PRÄSIDENT Dr. WEIZMANN: Heute, im Laufe des Tages, hat uns die traurige Nachricht vom Ableben des Oberrabbiners Kuk erreicht, eines Mannes von hervorragender Autorität, großer Frömmigkeit, echter Güte, tiefem, ethischem Pathos und großer Toleranz. Der Kongreß hat schon in der Nachmittagssitzung diese Tatsache entsprechend gewürdigt. Das Präsidium hat beschlossen, zwei Redner zu bitten, einige Worte zu sprechen. Als ersten bitten wir jetzt einen der ältesten Vertreter des Jisdiuw, unseren Freund Ussischkin, der Raw Kuk nahestand, das Wort zu ergreifen. M. M. USSISCHKIN (A. C — spricfn hebräisch): Das jüdische Volk in seiner überwiegenden Majorität, jener Teil des Volkes, der durch feste Bande und tiefe Wurzeln mit dem religiösen und nationalen Judentum verbunden ist, trauert heute. Einer der großen Gaonim dieser Generation ist von uns gegangen, ein Gaon in seiner tiefen Kenntnis der ganzen Lehre, der Tradition und der alten Literatur bis auf diesen Tag. Uber seine Genialität werde nicht ich sprechen, sondern der Redner nach mir, der dieser Welt näherstand. Ich will nicht so sehr über den Gaon Kuk, sondern vorwiegend über den Menschen, den Rabbi Kuk, sprechen. Er kam zu uns aus jener Welt, die während ganzer Generationen der Mittelpunkt für die Lehre, dann für die Aufklärung und dann für den Zionismus war — aus Litauen, dem Lande, das während Generationen in Woloszin und Mir und an anderen Plätzen erfüllt war vom Talmudstudium und von Jeschiwoth. Von dort kam er zu uns, angefüllt mit reichen Kenntnissen und mit einer festgeformten, tiefen Weltanschauung, kam nach Erez Israel, als er etwa 40 Jahre alt war, und wurde von der Gemeinde Jaffa zum Raw gewählt — Tel-Aviv bestand damals noch nicht. Seitdem wurde er immer berühmter, als Gaon, als aufgeklärter Mensch, als Zionist und über alles hinaus als Mensch. Ich hörte seinen Namen zum ersten Male aus dem Munde eines großen Juden unserer Generation, der ebenfalls vor einem Jahre von uns gegangen ist, von Chajim Nachman Bialik. Als Bialik zum ersten Male aus Erez Israel zurückkehrte, gab er mir einen Bericht über alles, was er gesehen hatte. Damals war seine Begeisterung am größten über den j Mann, der Raw in der kleinen Gemeinde Jaffa war. Bialik erzählte mir Wunder von der Weisheit dieses Mannes, von seiner tiefen Bildung, seinen reichen Kenntnissen, nicht nur in der Thora und der Tradition, sondern auch in allen modernen Anschauungen. Und dieser Schilderung fügte Bialik hinzu, daß über all dem eine Persönlichkeit stehe, die ersten Ranges sei in ihrer Tiefe, ihrer Liebe und Ergebenheit und in ihrem Verhältnis zu den neuen Erscheinungen der Welt. 34

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