Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 518 (sequence 523)
- Language
- German, English, Hebrew
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318 18. Kongreß-Sitzung: Bericht der Kolonisationskommission damit die zweite Front der Siedler angesiedelt und konsolidiert wird und die Ansiedlung der dritten Front beginnen kann, die bereits ins Land kommt. Wir sprechen viel über den Wert der gemischten Wirtschaft. Ich glaube, wir müssen diesen Begriff in einem viel weiteren Sinne verstehen, nämlich gemischte Landwirtschaft im ganzen Lande. Wir haben verschiedenartige Landstriche in Erez Israel. In der gemischten Wirtschaft wechseln Licht und Schatten ab. Heute, wo die gemischte Wirtschaft der von den nationalen Fonds gegründeten Arbeitersiedlungen nicht genug produzieren kann, um den Markt mit Produkten zu versorgen, fehlt es an Produkten. Anderseits lastet auf dem Jischuw die schwere Sorge, neue Märkte für die Orangenproduktion, den zweiten, bedeutenden, entscheidenden Wirtschaftszweig des Landes, zu finden. In den letzten Jahren haben wir in Ortschaften, wo wir uns es nie träumen ließen, Wasser gefunden. Gewiß freuen wir uns alle über diesen ungeahnten, tief in der Erde verborgenen Reichtum, doch auch hier ist die Freude nicht vollkommen. Denn wären wir reich an Boden und hätte der Keren Kayemeth die für Bodenkauf nötigen Mittel, auch dann dürften wir die Intensivierung nicht beschleunigen. Wir müssen uns heut«* in die Breite, nicht in die Tiefe entwickeln. Unsere jungen landwirtschaftlichen Siedlungen haben schwere Kämpfe durchzumachen, ohne dabei von der Regierung entsprechend unterstützt zu werden. Die Palästinaregierung, die ganz besonderes Interesse für die Landwirtschaft hat, läßt unseren Siedlungen nicht den ihnen zukommenden Teil an Unterstützung zuteil werden. Wir träumten davon, in Erez Israel eine gesunde Wirtschaft auf gesunden landwirtschaftlichen Grundlagen zu schaffen. Doch was jetzt entsteht» flößt uns Besorgnis ein. Von Kongreß zu Kongreß verlangt man Hilfe und Opfer für die nationalen Fonds, um die Grundlagen zu erweitern. i\uch dieser Kongreß wird seine Aufgabe nicht erfüllen, wenn er nicht alle Kräfte zur Mobilisierung der Volksmassen für die Fonds zusammenfaßt. Wir stehen vor der Schaffung einer Kolonisationsgesellschaft, doch auchdiese wird nichts leisten können, wenn ihr der Keren Hajessod nicht die nötigen Mittel zur Verfügung stellen kann. Das ist die schwere Verantwortung, die auf dem Kongreß lastet. Ich beschwöre den Kongreß und das ganze Volk, daß es aufhorche. Das jüdische Volk muß verstehen, daß diesmal das kulturelle, geistige und ethische Aussehen des Jischuw auf dem Spiele steht, es muß die höchsten Anstrengungen für die Fonds machen (Beifall), Ich verlese nunmehr die Anträge der Kolonisationskommission und bitte Sie, nicht auf die Formulierung zu achten; sie wird noch in einer besonderen Kommission die erforderliche Redaktion erfahren (liest): i. ENDGÜLTIGE KONSOLIDIERUNG DER SIEDLUNGEN UND ABSCHLUSS DER VERTRÄGE. Die Konsolidierung der Siedlungen ist in diesem Jahre zum Abschluß gekommen. In diesem Jahre ist der Wunsch der zionistischen Bewegung nach endgültiger Konsolidierung der Siedlungen verwirklicht worden — das Resultat der kolonisatorischen Anstrengungen der Bewegung im Laufe der letzten 15 Jahre.