Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 514 (sequence 519)
- Language
- German, English, Hebrew
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614 ijt Kongreß-Sitzung: Bericht der Kolonisationskommission haben, aber wir müssen uns aller Kräfte bedienen, die wir haben. Wir müssen mit denselben Kräften, mit denen wir den Kampf um unsere Rechte nach außen führen, auch in diesem Kampfe um unsere Existenz kämpfen. Wenn Sie nach Hause kommen, müssen Sie in der ganzen Galuth über diese Gefahr sprechen, daß manche unserer Brüder, die vielleicht zu den Besten gehören, in Erez Israel der Spekulation ihre Hilfe geliehen haben. Wir müssen es laut verkünden: Laßt eure schmutzigen Hände von unserem heiligen Boden, der die einzige Rettung und die einzige Heilung ist für das kranke Volk, das sich in Qualen windet! (Beifall.) Wir wollen erklären, daß jeder, der sich mit Spekulation befaßt, ein nationaler Verräter ist, daß er die Seele des jüdischen Volkes bedroht! Wir wollen uns alle dagegen erheben, ehe es zu spät wird! Das ist der moralische, der negierende Teil des Beschlusses. Wir stellen aber auch einen positiven Antrag. Wir wissen sehr gut, daß es nicht genügt, wenn wir nur schreien und den Banken, die sich ebenfalls direkt oder indirekt alle an dieser häßlichen Tätigkeit beteiligen, diese Tätigkeit verbieten. All das nützt nichts, wenn wir nicht jedem Juden, der wirklich Boden kaufen und sich darauf festsetzen will, die Möglichkeit dazu geben, wenn wir nicht ein zentrales Institut schaffen, das jedem Juden den Bodenkauf möglich macht. Unser Antrag geht also dahin, ein zentrales Institut zu schaffen, das alle Gesellschaften und alle Personen umfaßt, die nationale Arbeit leisten, das Boden kauft und an jeden Juden verkauft. Wir fordern von der „Altneu-Exekutive", daß sie alles, was in ihren Kräften steht, tut, um das Institut zu schaffen, die Ausbreitung der Spekulation zu verhindern und möglichst viel Boden aus den Klauen der Spekulation zu retten. Es gibt bereits Zonen, die verloren sind und die wir nicht retten können. Es gibt jedoch auch solche, die noch nicht von dieser Krankheit ergriffen sind oder wo sie erst im Entstehen ist, und sie können wir retten, solange es noch Zeit ist. Dies fordern wir von der neu zu wählenden Exekutive. Ich komme zum zweiten Punkte: Sie werden hier Anträge über die An- Siedlung des Mittelstandes hören. Das ist ein besonderes Kapitel in unserer Bewegung, über das man viel spricht, ohne etwas zu tun. Ich schlage Ihnen nichts anderes vor, als was in unserer Kommission angenommen wurde. Aber ich halte es für meine Pflicht, Ihre Aufmerksamkeit nach dieser Richtung zu lenken. Ich will nicht andere Siedlungsformen negieren. Meine ganze Sympathie gehört jedoch dem landwirtschaftlichen Emek und dem Emek Chefer, welche die Chaluzim unseres Volkes geschaffen haben. Ich will nicht über die Form der Kolonisation diskutieren. Wir haben noch keine endgültige Form, von der wir sagen können, daß sie die beste ist. Wir suchen noch nach Wegen in unserem ganzen Leben und mehr als dieses Suchen nach Wegen können wir heute nicht leisten. Wenn jemand also sagen wollte, er habe bereits die richtige Lösung gefunden, so wäre das kein Zeichen von Klugheit. Unsere bedeutsamste Aufgabe ist heute noch das Suchen nach Wegen, und darum neige ich midi vor allen, die nach Wegen suchen. Ich wende midi aber gleichzeitig an Sie, meine Freunde von links, die Sie manchmal fragen, warum wir Privilegien für den Mittelstand verlangen. Wir verlangen das, weil er weniger erfahren ist. Audi dieser Stand will seine Lebensformen ändern und ein konstruktives Leben leben. Dieser Stand hat den heiligen