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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 510

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 510 (sequence 515)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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510 ijt Kongreß-Sitzung: Bericht d. Kommission f. soziale Fürsorge ' Knesseth Israel und den Kehilloth das Recht einräumte, für gewisse Arbeitszweige Steuern zu erheben, war es erst möglich, zu einer solchen Zentralisation zu schreiten. Von dieser Zeit an besteht beim Waad Leumi eine Zentrale, die sich mit dieser Koordinierung beschäftigt, und es ist uns auch gelungen, eine gewisse Zentralisierung herbeizuführen. Sie ist freilich nicht vollkommen, da sie von den Aktionen der Kehilloth abhängt. Sie beschäftigt sich mit Organisierung, mit der Erteilung von Direktiven, mit Erziehung, Information, Statistik. Wir haben einen Kursus eingerichtet für die Erziehung von freiwilligen, ehrenamtlichen Arbeitskräften sowie von Berufsfürsorgerinnen. Das ist von großer Wichtigkeit, schon deshalb, weil wir ja nur wenige Fürsorgerinnen haben, die hebräisch sprechen können. Die Kenntnis der Sprache ist aber für diese Tätigkeit fast unerläßlich. Wir geben auch monatlich ein Informationsblatt heraus und haben schon vor zwei Jahren eine Informationsstelle errichtet, an die sich auch das Ausland mehrfach um Auskünfte gewandt hat. Selbstverständlich hat diese Informationsstelle für das Ausland nicht mehr jene Wichtigkeit wie vor einigen Jahren, als z. H. Amerika noch Millionen ins Land schickte. Dafür haben sich die alten Institutionen in Palästina einen viel größeren Wirkungskreis geschaffen und werden auch von Palästina selbst mit viel größeren Mitteln ausgestattet. Wir werden von Tag zu Tag vom Ausland unabhängiger. Den Kehilloth liegt die Funktion der Lokal fürsorge, die Betreuung der einzelnen Fälle ob. Dazu muß die Kehilla erst organisiert sein und einen Apparat haben, um Steuern einzuziehen. Es ist uns bereits gelungen, eine Reihe von Kehilloth in diesen Stand zu setzen: Jerusalem mit einem sehr . kleinen Budget, Haifa mit einem jährlich wachsenden Budget, Tel-Aviv, wo freilich große Schwierigkeiten herrschen und es zwei Zentralen gibt statt einer, Tiberias, Petach Tikwah, Rechoboth, Rischon le Zion und in der letzten Zeit auch gewisse ländliche Siedlungen, wo man anerkennt, daß es notwendig ist, eine fachlich gebildete Fürsorgerin anzustellen, welche die Fürsorge im modernen Geist im Einklang mit unsern alten ethischen Grundsätzen durchführt. Wir haben in Palästina zwei große Probleme: das Kind und den Einwanderer. Leider muß ich das Geständnis machen, daß wir diesen Problemen noch nicht gewachsen sind. Wir haben zwar in den letzten Jahren die Probleme erkannt, aber noch nicht die Methode, wie man die Mittel aufbringen soll, um die Probleme zu lösen. Gleichzeitig mit diesem Sündenbekenntnis will ich allerdings auch Ihnen, den Außenstehenden, eine Sünde vorhalten: die mangelhafte Betreuung der Einwanderer Ihrerseits. Der kleine Jischuw kann die ganze Last der Betreuung des Einwanderers nicht auf sich nehmen; es sollte der Stolz der jüdischen Außenwelt sein, für diese Aufgabe zu sorgen. Man könnte ja die Frage stellen: Wozu braucht der Einwanderer noch \ * Fürsorge, es gibt ja genug Arbeit im Lande? Da möchte ich Sie vorerst auf die Ausführungen Dr. Kaznelsons über die gesundheitliche Lage im Lande : aufmerksam machen. Ich möchte Ihnen erzählen, in welchem Zustande die ) Einwanderer oft zu uns kommen, krank, unterernährt, heruntergekommen, j 5 und wie es gar nicht immer so leicht ist, für sie in diesem Zustand die Arbeit i zu finden, mit welcher sie ihre Familie ernähren können. Es gibt Fälle,

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