Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 507

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 507 (sequence 512)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3476254-3476292--9553-3485704
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Kaznelson 507 ziehung der Jugend in den Schulen. Dieses Gebiet liegt sehr im Argen. Die Regierung macht uns Jahr für Jahr darauf aufmerksam, daß im Erziehungs- Departement ein besonderer Inspektor angestellt werden muß, der ebenso wie in den arabischen Schulen die körperliche Erziehung zu organisieren hat. Ferner sind Turnlehrer auszubilden, Turnsäle einzurichten, Geräte anzuschaffen, alles Dinge, die sich bei uns in einem sehr primitiven Zustand befinden. Die 40.000 Schüler unserer Schulen erhalten fast gar keine körperliche Ausbildung. Unbefriedigend ist ferner der Zustand bei der der Schule entwachsenen Jugend. Hier entfalten zwar freiwillige Sportvereine eine große Tätigkeit, sie haben aber weder die Möglichkeit, noch die Pflicht, die sportliche Arbeit unter der Jugend zu zentralisieren und die Verantwortung dafür zu übernehmen. Auch die Makkabi-Organisation, die das große Verdienst hat, den Gedanken der körperlichen Ertüchtigung in der Jugend wie unter den Erwachsenen geweckt zu haben, hat nicht die Möglichkeit, allein die Verantwortung dafür zu tragen. Diese müssen die nationalen Instanzen übernehmen, die in Zukunft auch die Makkabia veranstalten sollten. 'Beifall.) Im Hinblick auf die von mir gemachten Ausführungen schlägt Ihnen die Kommission die Annahme folgender Anträge vor (Redner liest): A. FORDERUNGEN AN DIE REGIERUNG: 1. Der Kongreß nimmt mit Befriedigung die Schritte zur Kenntnis, die von der Exekutive und dem Waad Leumi zur Sicherung der Kooperation zwischen der Regierung und dem jüdischen Gesundheitsdienst auf dem Gebiete der Bekämpfung der Malaria und anderer Infektionskrankheiten getan wurden. Der Kongreß beauftragt die Exekutive, von der Regierung die Ergreifung all der Mittel zu verlangen, die das jährlich sich wiederholende gehäufte Auftreten von Infektionskrankheiten, besonders von Malaria- und Typhusepidemien, wirksam zu bekämpfen vermögen und so zu ihrer gänzlichen Vermeidung führen. 2. Der Kongreß anerkennt die Fortschritte, die in der finanziellen Beteiligung der Regierung an den Aufgaben des jüdischen Gesundheitswesens zu verzeichnen sind, er erachtet jedoch die Mithilfe der Regierung, besonders an der Erhaltung von Hospitälern sowie an den präventiven gesundheitlichen Arbeiten als völlig unzureichend, und das gerade im Hinblick auf die ständig wachsenden Bedürfnisse des Jischuw einerseits und die der Regierung zur Verfügung stehenden großen Mittel auf der anderen Seite. Der Kongreß fordert die Exekutive auf, gemeinsam mit dem Waad Leumi ihre Bemühungen um die Vergrößerung der Beteiligung der Regierung an diesen vitalen Bedürfnissen des jüdischen Gesundheitswesens fortzusetzen. 3. Der Kongreß konstatiert mit Bedauern die ablehnende Haltung der Regierung gegenüber der wiederholten Forderung nach Einführung gesetzlicher Bestimmungen für eine obligatorische Krankenversicherung. Er fordert die Exekutive auf, von der Regierung eine Änderung ihreT Stellung hierzu sowie eine ausreichende Subventionierung des bestehenden Krankenkassenwesens zu verlangen. 4. Der Kongreß weist auf die völlig unzulängliche Indienststellung jüdischen medizinischen Personals seitens des Gesunc'heitsdepartements der Regierung hin und fordert die Exekutive auf, von der Regierung zu erwirken, daß sie in erheblich größerem Umfang jüdische Ärzte im Gesundheitsdepartement beschäftige. y Der Kongreß erhebt Protest gegen das soeben projektierte Gesetz, das die freie Ausübung der ärztlichen Praxis für neu einwandernde jüdische Ärzte einschränkt oder sogar unmöglich macht.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.