Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 503 (sequence 508)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3476254-3476292--9549-3485700- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Mossinson, Kaznelson 503 solche Statistik, aber sie ist nicht sehr genau und zeigt nicht, wie ernst in dieser Hinsicht die Wirklichkeit ist. Ich will hier einige Zahlen bringen, die vielleicht der breiten Öffentlichkeit nicht bekannt sind. Im Jahre* 1934 betrug die Zahl der Geburten des Jischuw 7666, die Zahl der Sterbefälle 2419, der Geburtenüberschuß beträgt also 5247, er dürfte in diesem Jahre die Ziffer von 7000 erreichen. Es entfielen also im letzten Jahre auf 1000 Einwohner 30 Geburten und 9,5 Sterbefälle, also ist ein natürlicher Zuwachs von 20,5 pro Tausend zu verzeichnen. Diese Zahlen können im Vergleiche mit entsprechenden Zahlen aus andern Ländern und auch im Vergleich mit den Verhältnissen der Juden in verschiedenen Ländern vielleicht als ideal bezeichnet werden. 30 Geburten pro 1000 Einwohner bedeuten das Doppelte der Durchschnittsziffer der Geburten in den Ländern Westeuropas, 9,5 pro Tausend Sterblichkeit ist ein Minimum, das nur in den Kulturländern Westeuropas erreicht wurde. Allerdings können wir in Erez Israel auf Grund dieser Zahlen noch keine zufriedenstellenden Schlüsse ziehen, da wir einen besonderen Faktor berücksichtigen müssen, nämlich, daß der Jischuw als natürliche Folge der Einwanderung zumeist aus jungen Leuten besteht. Wenn der Jischuw eine normale Zusammensetzung hätte wie in andern Ländern mit einer stabilen Bevölkerung, so wäre das Bild anders. Richtiger ist das Bild, das wir auf Grund der Statistik über die Krankheiten erhalten. Palästina ist reich an subtropischen und tropischen Krankheiten, wie Malaria, Typhus, Dysenterie, Augen- und Hautkrankheiten — diese Krankheiten sind die Landeskrankheiten. Zwar darf zugegeben werden, daß im Laufe der Aufbauperiode nach dem Kriege ein großer Fortschritt auf dem Gebiete der Gesundung des Landes erzielt wurde, wir sind aber noch weit davon entfernt, den Zustand für befriedigend zu erklären. Wir haben jedes Jahr eine sehr große Zahl von Infektionskrankheiten, die •n Europa sehr selten auftreten. Ich will hier einige Zahlen bringen: im Jahre 1934 wurden von der Krankenkasse der Histadruth allein 2500 neue Fälle von Malaria verzeichnet. Wenn Sie dazu noch berücksichtigen, daß es in den Städten fast keine Malaria gibt, daß sich also diese Ziffer nur aus den landwirtschaftlichen Arbeitersiedlungen rekrutiert, so werden Sie begreifen, daß sie gewaltig hoch ist. In manchen Orten, zum Beispiel im Emek Chef er, waren 50% der Siedler malariakrank. In diesem Jahre (1935) hatten wir im Gefolge der starken Regenfälle des letzten Winters, die Überschwemmungen und Sumpfbildung hervorriefen, starke Befürchtungen hinsichtlich der Malaria. Wir erwarteten eine Epidemie im Maßstabe der von Ceylon. Zum Glück haben die Zahlen die palästinensische Norm nicht überschritten. Das ist den großen Bemühungen auf dem Gebiete der Malariabekämpfung zu verdanken, die am Ende des Winters und am Anfang des Sommers von dem Gesundheitsdepartement der Palästina-Regierung und unseren Gesundheitsinstitutionen gemacht wurden. Eine andere schwere Krankheit ist der Bauchtyphus. Auch auf diesem Gebiete ist die Lage nicht viel besser. Im Jahre 1934 gab es unter den Mitgliedern der Krankenkasse allein 429 Typhusfälle* Wenn man bedenkt, daß die Mitglieder der Krankenkasse ungefähr ein Fünftel des Jischuw bilden, muß man zu dem Schluß kommen, daß es im ganzen Jischuw etwa 2000