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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 498

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 498 (sequence 501)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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496 76. Kongreß-Sitzung: Referat und Debatte über Kulturfragen bäum sagte bereits, daß man etwas tun muß, damit diese Einwanderer bereits hebräisch verstehen und sprechen, wenn sie ins Land kommen. Aber sie haben den dritten Teil des jüdischen Volkes, einen großen Teil vergessen. Ich, als Mann aus dem Westen, der in fremden Sprachen erzogen wurde und kaum den Mut aufbringt, vor einem großen Publikum hebräisch zu sprechen, möchte Sie daran erinnern, daß es mehr als fünf Millionen Juden gibt, die in verschiedenen Ländern wohnen und für die das Problem nicht ist, ob sie die heilige Thora oder Bialik oder Achad Haam lesen sollen, sondern ob sie überhaupt hebräisch lesen können. Es gibt einen großen Teil des jüdischen Volkes, der in Kultur und Sprache vom Volke völlig losgerissen ist. Ich glaube, es ist Pflicht der Zionistischen Organisation, sich mit dieser Frage zu beschäftigen. In der politischen Arbeit, mit der ich mich zu beschäftigen die Ehre habe, muß ich manchmal mit Männern der englischen Regierung über die Frage der Kultur Erez Israels oder über andere Fragen dieser Art sprechen, z. B. ob es möglich ist, Telegramme in hebräischer Sprache nach Palästina /a senden. So oft ich über diese Fragen spreche, stelle ich mir vor, was sich diese Leute denken, wenn sie sehen, daß sich die Zionisten selbst zu ihrer Sprache so stellen, wie wir es auf diesem Kongresse sehen. Beim vorigen Zionistenkongreß in Prag freute ich mich, daß wir endlich so weit sind, daß ein Zionistenkongreß beinahe ganz hebräisch geführt werden kann. Ich sehe, daß wir bei diesem Kongreß zurückgefallen sind. Ich will hier erklären, daß die Exekutive beschlossen hat, dem Kongreß auf dem Weg über die Kulturkommission und die Finanzkommissicn den Vorschlag zu unterbreiten, es möge ein besonderes Departement in der Zionistischen Exekutive errichtet werden, das sich mit den Fragen der Kultur und Erziehung in Palästina und in der Galuth beschäftigt. Da man schon auf den letzten Kongressen diesen Beschluß gefaßt hat und bis jetzt noch nichts geschehen ist, hat die Exekutive diesmal beschlossen, dem Kongreis ein Budget für diese Zwecke vorzuschlagen, und ich hoffe, daß der Kongreß diesen Antrag annehmen und nicht viel über Philosophien diskutieren wird. Ich hoffe ferner, der Kongreß wird beschließen, daß jeder Zionist in der ganzen Welt verpflichtet ist, hebräisch zu sprechen oder wenigstens hebräisch zu verstehen oder seine Kinder im Hebräischen zu unterrichten. Bisher sehen wir in der ganzen Welt, daß die Zionisten wie alle anderen Juden viel über die Notwendigkeit der Sprache reden, aber fast nichts dazu tun, sie wirklich zu verbreiten. Ich will, daß die Exekutive die Pflicht auf sich nehme, eine Propaganda für die hebräische Sprache zu organisieren. Die Exekutive soll ferner auf die zionistische Bewegung in der ganzen Welt dahin einwirken, daß die Zionistische Organisation in jedem Lande sich mit der Sprache und der jüdischen Erziehung befasse und alles, was ihr möglich ist, tue, damit die junge Generation die* Sprache lernt. Ich spreche hier im Namen der Juden in den Ländern des Westens; denn zu unserer großen Freude sehen wir in diesen Ländern eine mächtige Bewegung für die hebräische Sprache, und gerade die jüdische und zionistische Jugend fordert von uns, daß wir für sie etwas tun, damit sie hebräisch lernen kann. Es ist sehr interessant, daß gerade in England, diesem kalten und feuchten Lande, wo es kaum einen Strahl des Judentums gibt, daß ge-

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