Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 497

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 497 (sequence 500)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
99% known words query
IRI
…/3476254-3476292--9541-3485692
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Bogratschoff; Brodetsky. 495 die absolute Notwendigkeit besteht, Boden in Palästina zu kaufen, ebenso wie die Notwendigkeit besteht, Juden anzusiedeln, besteht die Notwendigkeit, die jüdischen Kinder zu lehren, daß es für sie noch etwas außer Boden und außer Kolonisation gibt, daß es auch eine jüdische Seele gibt, die die Juden von allen Enden der Welt nach Erez Israel führt. Und wir, die ihr profane Menschen nennt, kommen zu euch und sagen: Gebt uns die Möglichkeit, diese Arbeit zu tun, um die jüdische Seele im Lande und in der Golah zu wecken! Denn wenn die Arbeit des Keren Kayemeth und die Arbeit der Kolonisation einzig auf Erez Israel beschränkt ist, Erziehung, und Kultur haben keine Grenzen. Jeder Jude will, eben weil er Jude ist, seine jüdische Seele bewahren und die Seele seines Sohnes, daß sie nicht verloren gehe. Darum kommen wir und sagen: 1. Ein besonderes Departement innerhalb der Agency mit einem Mitglied der Exekutive an der Spitze soll sich dieser Arbeit ebenso widmen wie andere Mitglieder sich der Kolonisation und anderen Tätigkeiten widmen. Dies hat eine besondere Bedeutung, weil der XIX. Kongreß dadurch erklärt, daß wir die einzige Institution sind, die die Besitztümer der Vergangenheit bewahren und für die jüdische Zukunft vorbereiten kann und muß und dazu verpflichtet ist, ob es sich nun um materiellen oder geistigen Besitz handelt. 2. Man soll nicht nur ein Denkmal zu Ehren Bialiks errichten, sondern auch die von ihm auf früheren Kongressen gestellten Forderungen auf Sammlung der großen Leistungen des Judentums erfüllen. Dazu muß ein Bialik- Fonds für Erziehung und Kultur geschaffen werden. Das muß vorsichtig geschehen, ohne den Keren Kayemeth und den Keren Hajessod anzutasten. Aber Ihr, die Ihr an der Spitze des Keren Kayemeth und des Keren Hajessod steht, sollt wissen: wenn die hebräische Kultur im Lande und in der Golah nicht entwickelt wird, dann werden wir bald nicht mehr jene Menschen und jene Jugend finden können, von der Ussischkin sprach, die noch mit der Heimat geistig verbunden ist. Wenn wir sie nicht unterweisen und erziehen, nicht das Licht des Judentums in ihren Herzen entzünden, wer wird dann mit der blauen Büchse für den Keren Kayemeth sammeln gehen? Man muß säen, um zu ernten, man muß hebräische Kultur säen, um Mitarbeiter an unserer Renaissance zu bekommen, und deshalb schlagen wir einen Bialik-Fonds für hebräische Kultur bei der Jewish Agency vor. (Beifall.) PROF. S. BRODETSKY (Mitgl. d. Exek. — spricht hebräisch): Ich muß sagen, ich bedauere die Debatte, die wir heute Abend gehört haben. Als ich in der Exekutive den Vorschlag machte, auf dem Kongreß ein Referat über die hebräische Kultur in der Galuth halten zu lassen, ahnte ich nicht, daß ich bloß Dinge hören werde, die man mir in den ersten Tagen des Zionismus erzählte, als ich noch ein Knabe war. Als einfacher Jude hatte ich gewünscht, daß diesem Kongreß Gelegenheit gegeben werde, über die Frage der hebräischen Sprache in der Galuth zu sprechen. Es gibt drei Teile des jüdischen Volkes, über die wir zu sprechen haben: i. Den Jisdiuw in Erez Israel: er hat eine hebräische Erziehung, aber natürlich gibt es viele schwere Einzelfragen dieser Erziehung; 2. den Teil des jüdischen Volkes, der in Europa und den anderen Ländern wohnt, aus denen eine Masseneinwanderung nach Palästina geht. Mein Kollege Grün-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.