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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 491

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 491 (sequence 494)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476292--9535-3485686
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Rosenhek, Mossinson, Amiel 489 werte schafft. Was hat aber der Zionismus in den vierzig Jahren seines Bestehens auf kulturellem Gebiete geleistet? Herr Grünbaum möge mir sagen, ob er damit zufrieden ist. Man redete hier von der hebräischen Sprache. Aber ist denn hebräische Kultur gleichbedeutend mit hebräischer Sprache? Ist das allein die Kultur eines so altert Volkes wie das Volk Israel? Das jüdische Volk zog immer den Inhalt der Form vor. Und schließlich ist ja die Sprache nur eine Form, kein Inhalt. Welchen Inhalt hat also die zionistische Kultur dieser vierzig Jahre? Man erwähnte hier Achad Haam und Bialik, aber beginnt denn die hebräische Kultur mit diesen beiden Namen? Ihr müßt selbst zugeben, daß man Smolenskin, Gordon und andere heutenicht mehr liest. Die hebräische Literatur ist nichts Feststehendes, hat keinen Ewigkeitswert. Wer wqß, wie lange man noch Achad Haam und Bialik lesen wird. Was für Gründe hat das? Vor einigen Monaten schrieb Präsident Sokolow im „Haolam" über diese Frage und meinte, daß die hebräische Kultur wenigstens auf dem Gebiete unserer Geschichte neue Werte hätte schaffen müssen. Warum sehen wir auch auf diesem Gebiete fast gar nichts? Herr Sokolow zählt die zionistischen Geschichtschreiber auf, Weiß, Jizchak Halevi, Seew Jawetz u. a., doch das waren gar keine Zionisten. Warum hat der Zionismus auf dem Gebiete der Kultur wirklich nichts Neues geschaffen? Ist es ein bloßer Zufall? Es gibt gewiß einen tieferen Zusammenhang. Bialik sprach einmal über den Unterschied ziviseben Zivilisation tmd Kvitur utfid sagte, Zivilisation sei eine allgemein menschliche Sache, Kultur aber nur national. In jeder Kultur lebt die Seele des Volkes, ohne die keine Kultur existieren kann. Der Zionismus aber beruht nicht auf der Seele des Volkes; denn die Thora ist nicht nur unsere Religion, sondern auch unsere Geschichte, unsere Volksseele, unser Rückgrat. Zu allen Zeiten in unserer Geschichte war unsere Literatur auf dieser Seele aufgebaut. Wetnn Ihr aber diese Seele in Stücke reißt, nehmt Ihr uns auch die Geschichte. Man kann nicht den Geist unserer Geschichte erfassen, ohne das hohe Ideal des Gottes Israels und der Heiligung seines Namens. Das ist der zentrale Punkt, die Achse unserer Geschichte. Wenn Ihr den Gott Israels aus der Seele des Volkes reißt, habt Ihr nicht nur keine Religion, sondern auch keine Geschichte und keinen Zusammenhang von Land zu Land in der Diaspora, von Erez Israel zur Galuth. Kein Wunder, wenn der Zionismus, selbst auf dem Gebiete der Geschichte, nichts Neues schuf — es fehlte ihm eben der Schlüssel zum Geist der Geschichte. Man sprach hier von Achad Haam, man vergaß aber, daß Achad Haam gesagt hat: „Mehr als die Kinder Israel den Sabbath hüteten,» hütete der Sabbath die Kinder Israel". Doch das ist bestimmt nicht die Meinung des Hern Grünbaum. Bei ihm gehört auch die Entweihung des Sabbath zur Kultur. Er schämte sich nicht, einmal zu schreiben, daß es ebenso wie unter den Orthodoxen auch unter den Freisinnigen Heilige und Gläubige gebe, und fügte hinzu: „Euch ist die Beobachtung des Sabbath heilig, uns seine Entweihung" (Pfuirufe beim Misrachi). Das ist die Frucht unserer Kulru*. Bialik und Achad Haam, Zog-

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