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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 490

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 490 (sequence 493)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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488 j6. Kongreß-Sitzung: Referat und Debatte über Kulturfragen das Schaffen im Lande vorbereiten. Wir haben Mittelschulen ins Leben gerufen, und als wir einmal Rechte von der Regierung erlangten und dies unseren Schülern mitteilten, antworteten sie: „Wer hat solche Rechte von Euch verlangt? Gebt uns die nötige Hachscharah und das Recht, nach Palästina auszuwandern. Errichtet eine landwirtschaftliche Schule!44 Aber wir können es nicht. Und da kommt ihr, diskutiert über den Schabbath und erhebt gegen unser Werk falsche Anschuldigungen! VORS. VIZEPRÄS. DR. MOSSJNSON (den Redner unterbrechend): Kein Mensch hat solche Beschuldigungen erhoben. SAMUEL ROSENHEK (fortfahrend): In unseren Schulen verhalten wir uns nicht weniger ehrfürchtig zum Glauben als viele von Ihnen, sogar gegen den Willen vieler Eltern; denn wir glauben, daß die TLradition gleichfalls zu unserer jüdischen Kultur und in unsere Schulen gehört. Ich wende mich an die Mitglieder der Exekutive, an den Präsidenten Sokolow, den Führer in Fragen der Kultur, an die Freunde Grünbaum, Brodetsky, Ben-Gurion und Kaplan, die früher ebenfalls „hebräische Batlanim" waren wie wir und damals für die an Gehalt so reiche Sprache eintraten, jetzt aber, da sie in der Exekutive sitzen,( ihre Hand verschließen. Als ich nach Palästina kam, konnte ich sie nicht einmal richtig sprechen. Ich warne Euch vor einer solchen Haltung! Unter den Eltern, Lehrern und den öffentlich tätigen Menschen herrscht bei uns ein Geist der Auflehnung, nicht gegen die Exekutive Überhaupt, sondern in den Fragen, in denen man uns im Stiche läßt, und man sprach davon, eine Vertretung für den Kongreß zu schaffen, die Einfluß hat. Wir wollten uns nicht mit denen verbinden, die die Exekutive zu Fall bringen wollen; denn im allgemeinen sind wir mit ihrer Tätigkeit auf anderen Gebieten einverstanden. Sechzig Tarbuth-Schulen in Polen drohen zugrunde zu gehen und Ihr kommt hier mit Philosophie? Wenn dieser Kongreß nicht seine Pflicht tut, wird es nicht möglich sein, unser hebräisches Erziehungswerk zu retten (Beifall). RABBI M. A. AMIEL (Misr., Südafrika — spricht hebräisch): Die Frage der Kultur ist nicht neu im Zionismus, sondern so alt wie der Zionismus selbst. Während jedoch der Zionismus in einem großen Maße schon verwirklicht ist, ist die Kultur frage bis heute unbeantwortet geblieben, und diese leeren Bänke bezeugen, daß die Kultur am Ziomistenkongreß kein Glück hat. Wir glauben zwar auch an Glück und sagen, bisweilen, daß alles vom Glück abhängt, aber Herr Grünbaum glaubt sicher ebensowenig an Glück, wie er an viele andere entscheidende Dinge nicht glaubt. Ich möchte Her^rn Grünbaum fragen, warum wirklich die Kultur nicht so in die zionistischen Reihen eingedrungen ist, wie sie es verdient. Ist daran wirklich nur die Opposition des Misrachi schuld? Der Misrachi ist auch gegen viele andere Dinge im Zionismus, und trotzdem werden sie realisiert. Warum hat gerade die Kultur kein Glück bei uns? Herr Grünbaum sagt mit Recht, daß jede Zeit neue Geistes-

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