Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 487 (sequence 490)
- Language
- German, English, Hebrew
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M. Berlin, L Grünbaum 485 will hier nicht gegen die Anschauungen und das System Rabbi Berlins polemisieren. Es wird ein Tag kommen — wir, die Gegner der Anschauungen Rabbi Berlins und seiner Partei, wollen diesem Tag nicht vorgreifen, aber eines Tages werden wir diesen Kampf um die Kulturgüter des jüdischen Volkes auskämpfen und Klarheit darüber herbeiführen müssen, was dieser Begriff bedeutet. Ich weiß nicht, unter welchen Bedingungen dieser Kampf geführt werden wird, aber das weiß ich, daß er kommen muß. Wenn Rabbi Berlin und der Misrachi diesen Kampf beschleunigen wollen, so mögen sie tun, was in ihren Kräften steht, aber sie mögen wissen, daß dieser Kampf sehr schwer sein wird, und daß es ungewiß ist, wer siegen wird. (Zwischenrufe vom Misrachi: Der Hort Israels wird nicht versagen!) Was dieser Hort Israels ist, der nicht versagen wird, das ist die Frage. (Zwischenruf vom Misrachi: Das ist nicht Ihre Sache!) Sie alle ohne Unterschied werden zugeben, daß jede Generation ihre Werte schafft, andere Werte als die, die frühere Generationen geschaffen haben. Auch die zionistische Bewegung schafft neue Werte und heiligt die übernommenen Werte in Leid und Kampf, Not und Pein. Die Heiligtümer des Volkes werden stets neu geschaffen, ebenso wie andere vergehen. Man hat hier über das Bialik-Institut gesprochen. Die Exekutive sah ihre Pflicht darin, Bialik, dem Propheten der Bewegung und dec Renaissance des Volkes, ein Denkmai im „Bialik-Institut" zu setzen, das die Schaffung neuer kultureller und literarischer Werte und die Sammlung der alten, die unserem Geiste gemäß sind, fördern soll. Seid Ihr dagegen? Wie könnt Ihr gegen eine Chronik des Jischuiv sein, die Urkunden über den jüdischen Jischuw in Erez Israel bringen soll, von dem Tage an, da das Land zerstört wurde, bis auf unsere Zeit? Seid Ihr gegen ein solches geistiges Gut? Wir wollen das Buch des Zionismus herausgeben, an dessen Bau Ihr wie wir Anteil haben sollt. Dieses Werk soll die Aussprüche von Alcalay, Gutmacher, Kalischer, Reines und von der neuen Generation die Worte von Heß, Smolenskin, Ben Jehuda, Herzi und Nordau aufnehmen. Ihr seid dagegen? Wenn wir das Buch „Knesseth", das Buch der Literatur und des Gedankens, herausgeben, werdet Ihr dagegen sein? Wenn wir Preise für Schriftsteller aussetzen, den „Moreh Nebuchim" herausgeben, werdet Ihr dagegen sein? Warum laßt Ihr Euren Redner von dieser Tribüne gegen dieses Werk der Exekutive sprechen? Warum soll es verboten sein, Gelder des Keren Hajessod für dieses Werk auszugeben? Ein Zweites: 60.000 Juden kommen heute im Jahre nach Erez Israel. Unter ihnen ist vielleicht ein Drittel, das hebräisch versteht und spricht, vielleicht nicht einmal so viel. Wenn nächstes Jahr, wie wir hoffen, 70.000 und übernächstes Jahr 80.000 Juden kommen und nur ein Drittel hebräisch versteht, was wird das Los des Hebräischen in Erez Israel sein? Wird Erez Israel diesen Massen die hebräische Sprache geben können, sie zu einem in der Sprache geeinigten Volk machen? Die Arbeit muß schon in der Galuth begonnen werden, und wir wollen es dazu bringen, daß nicht ein Drittel, sondern mindestens