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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 484

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 484 (sequence 487)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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482 j6. Kongreß-Sitzung: Referat und Debatte über Kulturfragen geboren und in der Schweiz erzogen ist, kann noch über die Tekiah gedolah und über den Satan sprechen, aber ein palästinensisches Kind wird, fürchte ich, nicht einmal die Pointe verstehen. Ich frage Sie: Wird uns der Unterricht der hebräischen Sprache, sogar so, wie er in Palästina betrieben wird, wirklich die Generation erziehen, die das Gebot der Stunde wird verstehen und erfüllen können? Es ist unmöglich, eine Generation zur Liebe zu einer Sprache so zu erziehen, daß diese ein Teil der ganzen Menschen wird, wenn gleichzeitig alles?, was in Jahrhunderten geschaffen wurde, praktisch beseitigt wird. Wenn Kinder sehen, daß alles, was in den Büchern steht, der Vergangenheit angehört und nicht mehr existiert, so verhalten sie sich zu den Verfassern der Bücher dementsprechend. Die Frage, die wir hier behandeln, ist so bedeutsam, daß es unmöglich ist, mit ihr in einer Nacht fertig zu werden. Wollte ich ganz deutlich machen, wie groß die Gefahr dieser Kultur ist, dann würde ich ein Beispiel aus der jüngsten Zeit bringen. Eines der Mitglieder der Exekutive, das sich bereits in seinem früheren Wohnlande für die Kulturaufgaben eingesetzt hat und es jetzt in Palästina wieder tut, hat es als einziger für richtig gefunden, dem von der Majorität auf diesem Kongreß angenommenen Beschlüsse betreffend Beobachtung des Sabbaths nicht zuzustimmen. Gerade dieser Mann ist nun dec Hüter unserer Kultur und der Erziehung unserer Generation. Welchen Wert kann diese ganze Erziehung haben, wenn alles, was gelehrt wird, nur Vergangenheitswert hat. Das gibts bei keinem Volke! Wenn man sonst Kindern eine Literatur vermittelt, lehrt man sie nicht nur die Sprache, sondern auch den Inhalt und die Verfasser schätzen. Bei uns dagegen legt man weder den Anschauungen noch dem Lebensstil der Verfasser unserer Literatur Wert bei. Ich weiß sehr wohl, daß man nach meiner kurzen Rede und wenn vielleicht nachher noch jemand in meinem Sinne sprechen sollte, sagen wird, \der Misrachi sei gegen die Kultur. {Zwischenruf: Das stimmt!) Es stimmt ebensowenig, wie nicht richtig ist, was in jedem Geschichtsbuche der neueren Geschichte steht, daß die orthodoxen Juden gesagt hätten: „Wir wollen keine Schulen!" und daß sie darum Finsterlinge seien. Wir wissen doch gut, daß sie das nicht sagten, weil sie Finsterlinge sind, sondern weil sie es verstanden, sich der Assimilation entgegenzustellen und den Bestand der Nation zu schützen. Sind das nun die ersten Künder der Erlösung oder noch die alten Begriffe der Galuth, wenn mairi die Bedeutung und den Sinn des Judentums verkleinern und es nur auf Sprache und Sprachunterricht reduzieren will? Wenn es möglich wäre, wenn die Zeit dafür schon reif wäre» hätte sich der Kongreß nicht nur damit beschäftigen sollen, was im Erziehungswesen Palästinas zu reformieren ist, sondern auch mit dem heute in Palästina bestehenden Unterricht! Leider sind wir noch nicht so weit, so viel Verständnis für diese Sache aufzubringen. Schließlich und endlich, wenn auch Hunderttausende von Juden nach Palästina kommen, so wird doch das Land nicht von ihnen, sondern von denen, die in Erez Israel erzogen worden sind, erbaut werden. Sie sind das

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