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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 483

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 483 (sequence 486)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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B. Katznelson, M. Berlin 481 wohnheiten früherer Kongresse abgehen und den Grund legen für ein kulturelles Werk, das berufen ist, die Gestalt unseres Lebens völlig zu verändern! Möge der Kongreß dies tun und damit die Schuld sühnen, die wir alle an unserem großen Dichter, die Schuld, die wir gegen das Gebot des Volkes begangen haben (Lebhafter Beifall). DIE DEBATTE ÜBER DIE KULTURFRAGEN. MEIR BERLIN (Misr., Ostgdlizien — spricht hebräisch): Mein Vorredner hat die heutige Lage der Juden in den Galuthländern und in einem gewissen Maße auch in Palästina geschildert, und zwar mit richtigen, wenn auch ziemlich düsteren Farben. Zweifellos braucht die heranwachsende Generation in den Ländern der Galuth und bedauerlicherweise auch in Palästina eine starke geistige und seelische Besserung. Der Redner sagte, daß wir die Pflicht haben, unserer Jugend unsere Sprache beizubringen. Ich bin mit ihm ganz einverstanden. Dieser leere Saal ist der beste Beweis dafür, wie fern selbst unsere besten Leute noch dem Streben nach hebräischer Kultur stehen. Für jede andere Frage interessiert man sich, will von ihr hören, wenn man aber über Kulturfragen spricht, gehen sehr viele Delegierte hinaus, tun, was sie wollen, als ginge es sie gar nichts an. Dennoch können daraus nicht die Schlußfolgerungen gezogen werden, die mein Vorredner zog, der, wie ich glaube, namens der Exekutive sprach. Sicherlich ist die Sprache nicht nur ein Instrument des Ausdrucks, sondern auch des Geistes, des Wesens des Menschen und des Juden. Ist dies aber nur eine Frage der Sprache und entsteht diese nicht irgendwie durch die Literatur? Wenn man z. B. die Sprache aus Wörterbüchern lernen und lehren würde, w(ürde sie dann auf Geist und Seele des Lernenden, auf seine Erkenntnis und sein Gefühl irgend welchen Einfluß haben? Die Sprache darf nicht nur mechanisch betrieben werden. Das Studium der Sprache hat nur dann Bedeutung, wenn es mit einer Vertiefung in das Studium unserer alten hebräischen Literatur verbunden ist. Hiergegen aber sündigen selbst diejenigen, die hebräisch sprechen und sich bemühen, die Sprache zu entwickeln und zur Schaffung der „Literatur" beizutragen. Wenn man die Seele der Juden formen will, muß man es durch Vertiefung in unsere drei Jahrtausende alte Kultur tun. Es scheint mir, daß unsere jungen Dichter nicht einmal die Sprache gründlich kennen, Ich will hier ein interessantes Beispiel anführen: Einer der Lehrer Palästinas gab ein kleines Buch über die von den Kindern Erez Israels in der Schule am meisten verwendeten Worte und Ausdrücke heraus. Daraus geht hervor, daß Worte wie „Maschiach, Mesusah, Schofar" dem Sprachschatz der Kinder längsam verloren gehen. Natürlich, wenn keine Mesusoth angebracht werden, wie sollen die Kinder das Wort kennen? Wenn sie keinen Schofar hören, vergessen sie eben dieses Wort, und der Begriff Maschiach wird verdrängt und ersetzt durch Histadruth, Fonds usw. Als Dr. Weizmann hier von der „Tekiah gedolah", die den Satan vertreibt, sprach, dachte ich mir: Einer, der in Motyly

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