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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 482

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 482 (sequence 485)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476292--9526-3485677
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480 x6. Kongreß-Sitzung: Referat und Debatte über Kulturfragen zuführen: wir haben in Jerusalem die hebräische Universität, ein großes Institut, ein Zentrum, das bereits heute viele Hunderte von Studenten und einige Dutzend junge und alte Forscher und Gelehrte umfaßt und auf das wir große Hoffnungen setzen. Man spürt diese Universität in Palästina und in der Diaspora, aber noch nicht so, wie es sein müßte. Wir brauchen eine stärkere Verknüpfung der Studenten, Absolventen und Dozenten mit den vitalen Erfordernissen Palästinas und des Volkes in der Diaspora. Die Universität sollte uns für unsere Kulturarbeit ein Heer von Pionieren zur Verfügung stellen. Die Universität beginnt heute mit der Errichtung eines pädagogischen Instituts. Dieses Institut, das berufen ist, eine lebenswichtige Aufgabe zu erfüllen, sollte ein bedeutendes Niveau haben, um das Niveau unserer Erziehung in Palästina und in der Diaspora heben zu können. DIE AUFGABE DER KNESSETH JISRAEL. Ein zweites Beispiel ist die Knesseth Jisrael. Die Zionistische Organisation hat recht damit getan, daß sie die Last des Erziehungswesens im Jischuw der Knesseth Jisrael auferlegt hat. Dijüdische Bevölkerung Palästina:» ist heute stark und teilweise reich. Als organisierte Gemeinschaft ist sie nicht nur verpflichtet, die Erziehung der jüdischen Kinder selbst zu tragen, ohne Hilfe aus der Diaspora zu brauchen, sondern wir dürfen von ihr auch fordern, daß sie die kulturelle Arbeit im Volke mittrage. Warum ist die Zionistische Organisation noch heute gezwungen, aus ihrer armen Kasse 20.000 Pfund für die Erhaltung der Schulen des Jischuw zu bewilligen? Vor allem, weil die Regierung unsere Ansprüche beeinträchtigt, zweitens aber, weil die Knesseth Jisrael noch nicht einmal die Rechte hat, die z. B, die Jüdische Gemeinde Berlin besitzt. Die Sache hat viele Ursachen: unsere Politiker haben die Organisation der jüdischen Bevölkerung nicht hoch genug bewertet und sich nicht darum bemüht, der Knesseth Jisrael das Steuerrecht zu verschaffen. Sobald wir dazu gelangen, und ich glaube, daß wir dazu gelangen können, wenn die Exekutive selbst diese Frage zu einer ihrer zentralen Aufgaben macht — wird die Knesseth Jisrael eine wirkliche Kraft werden und selbstverständlich ein entsprechendes Instrument für die Kulturarbeit in Palästina sein. Wir haben in diesem Jahre Bialik verloren. Wir haben ihm, so lange er lebte, Liebe ur.d Verehrung in reichem Maße zuteil werden lassen. Ich weiß nicht, ob irgendeiner der Großen der letzten Generationen zu Lebzeiten solche Verehrung und solche Liebe genossen hat. Nur eines, was er forderte, haben wir ihm nicht gegeben: die volle Möglichkeit, kulturelle Arbeit in weitestem Maße zu leisten. Jetzt werden vielleicht Geschlechter vergehen, ohne die Lücke, die Bialiks Heimgang ließ, ausfüllen zu können. Kein Beschluß wird die schöpferische Kraft ersetzen, die mit ihm zu Grabe getragen wurde. Wir können jedoch, wenn wir von seiner Willenskraft und Hingabe erfüllt sind, sein Testament ausführen, und seine Forderungen in bezug auf die hebräische Literatur, die Pflege des hebräischen Schaffens und der hebräischen Sprache erfüllen. Möge dieser Kongreß von den Ge-

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