Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 479 (sequence 482)
- Language
- German, English, Hebrew
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B. Katznelson 477 beschenkt, alles übrige jedoch harrt noch der Vollendung. Bei dem Begriffe „Sammelwerk" denke ich nicht nur an die alte hebräische Literatur, sondern auch an die neue. Ich glaube, kein einziger unserer großen Schriftsteller, angefangen von Mosche Chajim Luzzatto bis zu Mapu, Smolenskin und den bekanntesten Schriftstellern unserer Zeit, hat das Glück gehabt, auf Grund der Kenntnis seiner Werke und ihrer Wertschätzung in ein angemessenes Sammelwerk aufgenommen zu werden. Parallel laufen mit einem solchen Sammelwerke muß die Ugbersetzwigstätigkeit. Ich denke dabei nicht an die Uebersetzung leichten Lesestoffes, sondern an die Uebersetzung der klassischen Weltliteratur, der Dichtkunst, und Wissenschaft, der Werke von Ewigkeitswert. Ich denke ferner an die Schaffung einer hebräischen Wissenschaftliehen Literatur. Es ist traurig und beschämend, daß heute, wo Hunderte von Gelehrten der Technik, der Chemie, Medizin und anderer Wissenschaften in Palästina leben, diese die Frucht ihrer Arbeit in weite Fernen, über den Ozean senden müssen. Die meisten jüdischen Gelehrten, die in Palästina leben, veröffentlichen die Ergebnisse ihrer Forschung in fremden Sprachen im Auslande. Ich denke ferner an originale Leistungen höchster Stufe und an die Befreiung der Schaffenden aus der Sklaverei, in der sie heute leben. So weit von den zentralen Aufgaben in Palästina selbst. DIE KULTURARBEIT IN DER DIASPORA. Ich denke jedoch auch an die hebräische Kulturarbeit in der Diaspora. Ohne mich übertriebenen Hoffnungen hinzugeben, möchte ich sagen, .daß die Kulturarbeit in der Diaspora einerseits so umfassend, andererseits so dürftig ist, daß wir ihre Bedürfnisse heute überhaupt nicht befriedigen können. Bei aller Wertschätzung der hebräischen Schule in der Diaspora und der großen Leistungen, die sie für Palästina, die Einwanderer, die Chaiuzim und die hebräische Jugendbewegung aufzuweisen hat, haben wir keine Möglichkeit, die materielle Last der Sorge für diese Schule in der Diaspora zu übernehmen. Wir müssen schon zufrieden sein, wenn unsere Kräfte für eine zentrale Förderung und Instruktion ausreichen, für die Beschaffung -palästinensischer Instruktoren und pädagogischer Ratgeber. Unsere Delegierten sollen jede Schule in der Diaspora, die auf unsere Hilfe Anspruch erhebt,, ob sie völlig hebräisiert ist oder nur teilweise, besuchen. Jede Schule, die bereit ist, sich unter den Einfluß Palästinas zu stellen, ihre Lehrer zur weiteren Ausbildung auf Seminaren nach Palästina senden, Unterrichtsbücher und Instruktion von uns beziehen will, soll auf unsere Hilfe Anspruch haben. * Ich möchte hier einen Punkt besonders unterstreichen: wir müssen unsere Aufmerksamkeit vor allem den Lehrern schenken, den Lehrern, an denen wir schwer gesündigt haben. Wenn wir schon nicht so reich sind, daß wir die Bedürfnisse der jüdischen Kinder, der hebräischen Schulen in der Diaspora befriedigen können, dann sollten wir uns wenigstens um den hebräischen Lehrer kümmern, ihn fördern, sein Ansehen und sein berufliches und soziales Niveau heben. Die hebräi-