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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 475

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 475 (sequence 478)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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B. Katznelson 473 organisierten Schichten, die hohe Beamtenschaft, und zwar nicht nur die der Regierung, sondern auch die zionistische Bürokratie, die Leiter der Gesellschaften und Institutionen, sind an der Schaffung dieser Atmosphäre beteiligt, die die Entwicklung einer hebräischen Kultur einschnürt. Mehr aber noch als Fremdheit und Unwissenheit spielt hier der Snobbismus eine Rolle. Bald wird die hebräische Sprache in Palästina nur noch die Sprache der niedrigen Schichten sein, die Sprache der Leute auf dem Lande, der Leute in den Tälern. Sic werden in einer Atmosphäre von Levantinismus, Strebertum und Snobbismus als einzige der Sprache die Treue bewahren. So wird die hebräische Sprache aufs flache Land gedrängt, und die obersten^ wichtigsten Schichten leben in allerhand Kulturen, was Zusammen in Palästina eine Atmosphäre von Kulturlosigkeit, geistiger Flachheit, Hochmut und Uebermut schafft. Wir nähern uns bereits einem kulturellen Zustande, dessen unterste Stufe charakterisiert wird durch die erschreckende Anzahl verwahrloster Kinder, einem Zustande, in dem die obersten Schichten kulturlos und kultiviert gleichzeitig, ohne jede Beziehung zum Aufbauwerke, zu dem Leben des Jischuw und des Volkes, voller Ansprüche, aber ohne das Bedürfnis nach einer originalen hebräischen Kultur, ohne jede Verbindung mit den einzelnen und der Gesamtheit leben, die. das hebräische Kulturleben des Landes schaffen. DIE FLUCHT DER JUGEND INS AUSLAND. Große Gefahren drohen der jüdischen Jugend Palästinas, die sich großenteils mit den im Lande vorhandenen Bildungsmöglichkeiten nicht begnügt, und ihre Augen zu den Bildungsmöglichkeiten des Auslandes erhebt. Hinter diesem Streben steckt Strebertum, Flucht vor den schweren Aufgaben, die das Land dem jungen Juden stellt, Flucht vor dem einfachen Leben, das das Land bietet. Dieses Streben nach „Vervollkommnung" vereint sich gut mit geistiger Aufgeblasenheit und Armut. Wenn Sie durch die Hauptstädte Europas gehen, finden Sie überall große Kolonien junger Männer und Mädchen aus Palästina, Absolventen der Mittelschulen, die aus dem Neste geflogen sind, bevor sie im Leben Palästinas noch Wurzel geschlagen haben. Sie tragen mit sich das leichte Gepäck patriotischer Losungen, sind jedoch nicht bereit, das Joch auf sich zu nehmen, das Palästina ihnen auferlegt. Welchen Wert werden sie haben, wenn sie nach Palästina zurückkehren? DIE NOT DER SCHAFFENDEN KRÄFTE. Man kann jedoch über unsere kulturelle Situation in Palästina nicht sprechen, ohne über die Lage der hebräisch-schaffenden Kräfte zu sprechen. Es ist unmöglich, an dem tiefen Gegensatz vorüberzugehen, der zwischen der wirtschaftlichen Blüte des Landes, die so stark in der Situation der Angehörigen der gelehrten Berufe (Rechtsanwälte, Aerzte, Ingenieure) zum Ausdruck kommt, und zwischen der Situation der Menschen besteht, die ihr Leben dem hebräischen Schaffen, der

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