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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 472

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 472 (sequence 475)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476292--9516-3485667
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470 i6. Kongreß-Sitzung: Referat und Debatte über Kulturfragen nalen, seelischen Bedürfnissen heraus nach Palästina sehnen, und Palästina würde seine Lichtstrahlen hinaussenden und ihr geistiges Leben bereichern. Braucht man besonders zu betonen, daß dieser Traum völlig verflogen ist? Nicht Palästina ist es, das Lichtstrahlen in die im Glück lebende Diaspora hinaussendet, sondern die unglückliche, dem Untergang geweihte Diaspora streckt ihre Fühlhörner nach Palästina aus, um Hilfe und Rettung zu erhalten. Dies ist ein grundlegender Unterschied. Palästina ist heute nicht die Krönung einer reichen Diaspora, sondern die einzige Rettungsinsel für die jüdischen Massen, die um ihr Leben kämpfen. Heute geben nicht idyllische, süße Wiegenlieder wie in der Zeit der Chibbat-Zion das Leben der Juden wieder, sondern der alte Ruf: „Hinaus aus dem Abgrund!44 Die Juden, die heute zu uns kommen, sind nicht vollgepfropft mit hebräischer Kultur, wie Achad Haam es sich vorgestellt hat, Juden, denen nur die höchste geistige nationale Bildung fehlt, sondern es sind Juden, die dein Schwerte entronnen sind, arme, verfolgte Flüchtlinge, die nicht nur ihrer Rechte, ihrer wirtschaftlichen und sozialen Positionen berauht sind, Juden, die keinerlei Verbindung haben mit den Wurzeln unserer nationalen Kultur, denen jede Verknüpfung fehlt mit der Kultur, die Generationen lang die Trümmer des jüdischen Volkes verband und zu einer Gemeinschaft machte. Mit diesen wurzellosen, durch Feuer und Schwert gegangenen Juden müssen wir Palästina aufbauen. Kritisieren Sie die heutige Einwanderung, so viel Sie wollen, — jede Einwandererschicht sieht mit größerer Schärfe die Mängel der nach ihr ins Land strömenden Einwandererschicht — decken Sie an ihr Sünden und Fehler aller Art auf — so sind die Juden, so kommen sie zu uns. Mit ihnen müssen wir das Land aufbajuen. DIE KULTURELLE VORBEREITUNG DER EINWANDERER. Für uns ist die brennende Frage die: wie machen wir aus ihnen ein Volk? Damit stehen wir vor der Frage der Vorbereitung der Emwatiderwig. Diese Frage lastete auf uns, auch als wir noch wenige waren. Achad Haam forderte seinerzeit die „Vorbereitung der Herzen**; er fand jedoch im Volke für diese Vorbereitung der Herzen keinen bestimmten soziologischen Träger. Später kam die zweite Alijah, und sie gelangte auf Grund der Erfahrung und Leiden zu der Er kenntnis der Notwendigkeit einer dreifachen Hachscharah: der körperlichen, der beruflichen und der hebräisch-kulturellen Hachscharah Am Beginn der dritten Alijah entstand die Chaluzbewegung; ihr Inhalt war die Schaffung von Werkzeugen für die Hachscharah. Heute stehen wir am Anfang einer Masseneinwanderung, wir glauben jedoch, daß fdies noch nicht der Gipfelpunkt der Alijah ist, daß vielmehr das Land und das Volk eine noch stärkere Alijah brauchen. Eine Masseneinwandening verlangt eine Vorbereitung der Massen. Die Frage ist nur, womit wir uns auf diese Einwanderung vorbereiten. Wenn heute Menschet* kommen, die keine Verbindung mit den Wurzeln des Judentums haben, großenteils überhaupt kulturlos sind, Menschen, denen es an der seelischen Vorbereitung für unser Schicksal und unsere Auf-

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