Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 471 (sequence 474)
- Language
- German, English, Hebrew
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- Haifa 1× ep/1047930
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B. Katznelson 469 nikum in Haifa und die Universität in Jerusalem, und ich darf an dieser Stelle auch auf das einzige, höherer Bildung gewidmete Regierungsinstitut Palästinas, die Rechtskurse, hinweisen; auch in ihnen bedient man sich der hebräischen Sprache. Ich könnte diese Aufzählung noch weiter fortsetzen, von der Öwspora sprechen und davon erzählen, daß man in der Diaspora vor zwanzig Jahren noch keine hebräische Mittelschule gekannt hat. Heute können wir viele solcher Mittelschulen aufzählen und nicht nur von Zehntausenden, sondern von vielen Zehntausenden von Schülern völlig hebräisierter Schulen berichten, ja sogar von mehr als Zehntausenden von Chaluzim und Angehörigen der verschiedenen zionistischen Jugendbewegungen, die sich großenteils die Kenntnis der hebräischen Sprache bereits erworben haben, teils sich im Prozeß des Uebergangs zur hebräischen Sprache befinden. Das palästinensische Lied und teilweise auch das palästinensische Buch und die palästinensische Zeitung dringen in die entferntesten Winkel und erobern die jüdische Jugend. Wir könnten darauf hinweisen, daß die hebräische Sprache heute in solche Schichten eindringt, die wir bereits für verloren gehalten haben. Wer die „Jüdische Rundschau" öffnet, findet in ihr Spalten für hebräischen Sprachunterricht; wer die Hachscharah-Kibbuzim in Deutschland, Osteuropa and Amerika besucht, wird erkennen, wie groß die Kraft Palästinas ist, die den geistigen Besitz Palästinas in die Diaspora trägt. Ich will Sie jedoch nicht mit einem Traumbilde in angenehme Stimmung versetzen. Ich spreche ja hier nicht zu Fremden, die die Dinge nicht kennen, und ich unterlasse es daher, darzulegen, daß Vieles, wasi vor einer Generation noch Phantasie war, heute lebendige Tatsache geworden ist. Ich möchte vielmehr auf die großen Schwierigkeiten hinweisen, auf die großen Nöte, die das jüdische Volk heute kutturell erlebt, und die auch auf Palästina rückwirken. PALÄSTINA UND DIE DIASPORA. Als Achad Haam vor zirka 20 Jahren Palästina besuchte und seine Bilanz zog, glaubte er mit Genugtuung sagen zu dürfen, daß das „geistige Zentrum" in Palästina Wirklichkeit zu werden beginne, obwohl die politisch-zionistische Bewegung ihm keine Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Er wies auf einige schwache Anzeichen der Bildung eines hebräischen Milieus in Palästina und den Beginn seines Einflusses auf die Diaspora hin. Seit dieser Zeit haben sich die geistigen, sprachlichen und literarischen Werte, die damals an ihrem Anfange standen, unerwartet vergrößert. Trotzdem glaube ich heute sagen zu dürfen, daß dieser TZrafim von einem „geistigen Zentrum" in Palästina, das auf die Diaspora hinauswirkt, Lügen gestraft worden ist. Es ist zwar etwas geschehen, aber ganz etwas anderes. Achad Haam in seinen Artikeln oder Lewinsky, sein Schüler, in seiner Utopie „Reise nach Palästina im Jahre 6000" stellten sich die Verwirklichung ihrer Prophezeiung etwas idyllisch vor: Die Juden der Welt würden in Glück und Frieden leben, würden zu den begüterten Klassen gehören, würden sich aus diesem Glück und dieser reichen Kultur, aus natio-