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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 469

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 469 (sequence 472)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Goldmann, B. Katznelson 467 Dingen, durch die sich der Kongreß auszeichnete, wie der Tarbusch, wie das orientalische Oberkleid u. ä. Wer hebräisch sprach, hatte im wesentlichen die Absicht, mit der Sprache zu demonstrieren. Es gab Zeiten, in denen unser Kongreß seinen „Kulturkampf4 hatte — um jenes fremde, unverstandene, furchterregende Wort zu gebrauchen. Das ging so weit, daß einmal eine ganze Partei, die „demokratische Fraktion", wegen Beleidigung der Kultur demonstrativ den Saal verließ. Später kamen zwar Zeiten, da wurden die Mitglieder der „Fraktion" die Leiter der zionistischen Bewegung, zu einer Aenderung in der Kulturarbeit der Zionistischen Organisation brachten sie es jedoch auch nicht. Es gab zwar später Kongresse, die schöne Beschlüsse faßten, angefangen von dem Beschlüsse über die hebräische Sprache als offizielle Kongreßsprache bis zu den Beschlüssen der letzten. Jahre, die wiederholt die Forderung aufstellten, ein Departement für hebräische Erziehung und Kultur in der Diaspora zu errichten. Um jedoch die Wahrheit zu sagen: fast alle diese Beschlüsse blieben auf dem Papier. Wir haben zwar bereits erlebt, daß die Protokolle dei* beiden A.C.-Sitzungen, die in Jerusalem zusammentraten, hebräisch erschienen, das Kongreßprotokoll, wird jedoch bis zum heutigen Tage nur in deutscher Sprache gedruckt. DIE HEBRÄISCHE KULTURFRAGE — EINE BRENNENDE FRAGE. Wenn wir heute auf dem Kongresse über hebräische Kultur sprechen, so ist dies keine Demonstration mehr. Im Gegenteil: wenn wir heute manchmal gezwungen sind, auf dem Kongreß nicht hebräisch zu sprechen, so ist dies für uns etwas Unnatürliches, ein Opfer, das wir im Hinblick auf jene bringen, die noch nicht hebräisch verstehen1. Wenn ich heute über die Fragen der hebräischen Sprache und Kultur spreche, so will ich damit vor allem sagen, daß die Frage der hebräischen Kulturarbeit — ich will mich des Ausdrucks bedienen, den Ben-Jehuda seinem ersten Artikel gegeben hat — zu einer „brennenden Frage" geworden ist, zu einer Frage, in der sich die tiefe Problematik der Generation der P'ermrklicbung ausdrückt. Es gab Zeiten, da sprach man auf Kongressen und anderen Zu* sammenkünften über die Fragen der Kultur, man dachte dabei aber nur daran, „die Thora zu erhöhen". Ich will nicht wagen, mit diesea meinen Worten über die Erhöhung der Thora zu sprechen, sondern ich will diese „Erhöhung" herbeiführen durch Traten, die die zionistische Bewegung in Zukunft tun soll. Wie steht es heute bei uns um die Frage der hebräischen Sprache und Kultur? Sie ist einer der entscheidenden Teile der Frage der Aufnahmefähigkeit des Landes für die Einwanderung. Eigentlich ist in unseren Tagen jedes zionistische Problem, die gesamte große Frage der Kolonisation, der Finanzen, der jüdischen Wirtschaft, des Bodens, nur eine Frage der Fassungskraft des Landes für die Alijah. Aber die Frage hat nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine geistige Seite. 30»

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