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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 461

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 461 (sequence 464)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Weltmann 161 Welt geschieht, ist vielleicht nicht maßgebend für uns. Wir sind eine freiwillige Bewegung, wir haben keine physische Macht, wir halten uns nur durch die Reinheit unserer Gesinnung, durch die Festigkeit unserer Prinzipien. Das Jagen nach deji Methoden der Völker, die heute im Besitz der physischen Macht sind, das Nachahmen ihrec Methoden und das Spielen mit einer physischen Macht, die man nicht besitzt, ist ein Gottesdienst vor sehr billigen Götzen (Stürmischer Beifall). Nun kann ich diesen Punkt verlassen. Vielleicht gestatten Sie* mir ein Wort, nur ein kurzes Wort, über die politische Situation zu sagen. Es besteht kein Zweifel, daß die englische Regierung in der Durchführung des Mandats sich einer Methode befleißigt, die nach den Worten des Staatssekretärs für die Kolonien eine dualistische Methode ist. Manchmal braucht man sogar sehr scharfe Beobachtungsgabe und vielleicht Präzisionsinstrumente, um zu erkennen, auf welche Seite des Dualismus die Tätigkeit der Mandatarmacht in einem gewissen Abschnitt ausschlägt. Man könnte einen sehr interessanten Vortrag halten und Ihnen erzählen, daß das, was uns in Palästina geschieht, in sehr vielen englischen Kolonien und Besitzungen geschieht, wo gar keine Juden vorhanden sind, wo es sich nicht um Juden, nicht um Balfour-Deklaration und nicht um Aufbau handelt. Sie brauchen z. B. nur ein Buch über Kenya aufzuschlagen, und wenn Sie die Geschichte des Verhaltens der englischen Administration zu den weißen Siedlern von Kenya und ihrer Beziehung zu den Negern lesen, und wenn Sie an Stelle der weißen Siedler das Wort „Juden" setzen und an Stelle von Kenya das Wort „Palästina", dann haben Sie fast dieselbe Geschichte. Ich glaube nicht, daß das eine spezifisch jüdische Erscheinung ist. Es handelt sich vielmehr um eine Erscheinung, die auf etwas anderes zurückzuführen ist; auf eine gewisse Müdigkeit des Britischen Imperiums. Wie dem auch sei, ich bin überzeugt, die Mandatarmacht könnte mehr tun, als sie bisher getan hat. Sie könnte auch weniger tun. Und die Einführung des Legislative Couhicü gerade in der jetzigen Zeit, gerade in der Zeit, wo Palästina sich in einer aufsteigenden Periode der Entwicklung befindet, würde nur dazu beitragen, die Zwistigkeiten, Diskussionen, Aergernisse, Reibungen in eine Zeit hineinzubringen, wo wir arbeiten, die Emigration lenken, Kolonisation treiben wollen, und ich betrachte das als ein Uebel. Aber Arbeit, Stärke, Mut und die jüdische Hartnäckigkeit werden uns; auch über dieses Uebel hinweghelfen. Das jüdische Nationalheim steht nicht und fällt nicht mit dem Legislative Council. Ich bin überzeugt, daß der Legislative Council an seinem eigenen Gewicht zusammenbrechen wird, genau so, wie er in Ceylon oder Cypern oder in anderen englischen Besitzungen arbeitsunfähig wurde. Aber gleichzeitig möchte ich sagen, daß wir uns davor hüten müssen, unsere Nichtbeteiligung am Legislative Council zu einer allgemeinen Politik der Non-Cooperation mit der englischen Regierung auszudehnen. Wir haben mit dieser Regierung zu arbeiten und zu leben. Es gibt temporäre Reibungen, aber ich bin überzeugt davon und glaube, jeder Jude ist

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