Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 458

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 458 (sequence 461)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3476254-3476292--9502-3485653
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

458 iß. Kongreß-Sitzung: Schluß der Generaldebatte sah damals in einer Vision jüdische Scharen nach Judäa marschieren. Ich sah, wie sie aus der Gefangenschaft in der Fremde kamen. Ich sah wieder jüdische junge Leute und Mädchen in Judäa marschieren, nicht um des Gewinnes und des Profites willen, nicht um Behaglichkeit, nicht um ein persönliches Asyl für sich zu finden, sondern um. wieder einmal das jüdische Leben für das jüdische Volk im jüdischen Lande aufzubauen. Ueber das Gebirge von Judäa nach Osten und Westen zu den blauen Wassern des Mittelmeeres und über die goldenen Hügel von Moab erschallte das Lied der jüdischen Seele: Unsere Hoffnung, die alte Hoffnung, die Hoffjnung der Rückkehr nach dem Lande Israel und dessen Verwandlung in ein Land mit einem neuen, gerechten, unzerstörbaren Lebensweg für Israel und für die gesamte Menschheit (Stürmischer Beifall). MEIR GROSSMANN (Judenst., A.C.): Ich bitte ums Wort zur Geschäftsordnung. VIZEPRÄS. DR. N. GOLDMANN (der nach der Rede Dr. IPises den Vorsitz übernommen hat): Ich werde Ihnen das Wort erteilen, sobald die Rednerliste erschöpft ist. Das Wort hat nunmehr Herr Dr. Weizmann. DR. CHAIM WEIZMANN ZU DEN FRAGEN DES KONGRESSES. DR. CHAIM WEIZMANN (A.C., von stürmischem, nicht endenwollendem Beifall empfangen — spricht deutsch): Die Stunde ist spät, und ich glaube, ich bin der letzte Redner in der langen Reihe dec Redner in der Generaldebatte. Nach einer Unterbrechung von vier Jahren habe ich hier im Kongreß Töne gehört, die mich veranlassen, wenigstens in einigen kurzen Worten nochmals auf einige Gedankengänge zurückzukommen, um einen Standpunkt klarzumachen, der, wissentlich oder unwissentlich, systematisch mißverstanden wird. Getreu einer Tradition werde ich in diesen Worten, die ich zu sagen habe, nicht über das Endziel sprechen. Man hat das Endziel zu Tode geredet, und wenn ich diese Redner anhöre, verstehe ich den tiefen Sinn unseres Gebotes: „Du sollst den Namen Gottes nicht unnütz aussprechen." Es gibt Dinge, über die man deklamatorisch nicht sprechen soll, es sei denn, daß solche Reden durch Tatsachen, bekräftigt werden. Dadurch, daß man fortwährend, jahrein, jahraus, große Redensarten über den Jndenstaat führt, wird der Judenstlaati nicht geschaffen, und die „Tekijah gedola" über den Judenstaat wird uns den Satan nicht aus dem Wege räumen. Herr Stricker hat in einer sehr schönen, aber an Logik sehr armen Rede auf die Gefahr aufmerksam gemacht, die ein Palästina in sich birgt, in welchem nur die Städte wachsen. Das stimmt, und ich freue mich, vielleicht zum ersten Mal in meinem Leben mit Herrn Stricker, einer Meinung zu sein. Gerade unser Streben nach landwirtschaft-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.