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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 456

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 456 (sequence 459)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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456 Kongreß-Sitzung: Lage der deutschen Juden einen Fehler. Ich muß sagen: wenn wir nicht verstehen, die sozialen und moralischen Errungenschaften der Histadruth zu werten, so beweisen wir, ob wir Liberale oder Konservative sind, daß unsere Politik und unsere Prinzipien nur von engen, egoistischen Interessen bestimmt werden, daß wir aber als Volk keine festen und unwandelbaren Ueberzeugungen haben, daß wir messianischen Träumen nur treu bleiben, wenn sie Wirklichkeit werden, daß wir, obgleich wir den Namen des Ewigen preisen, der verlangt, „Gerechtigkeit, Gerechtigkeit sollst du befolgen", nicht bereit sind, die zu unterstützen, die Gerechtigkeit befolgen, Gerechtigkeit durchgesetzt haben und so dem alten Lande Glanz verleihen (Lebhafter Beifall). Denen, die fragen, warum ich, der ich mein Leben lang ein liberaler Demokrat war, der nie davor zurückschreckte, für Minoritäten Partei zu ergreifen, bereit bin, die Diktatur der Arbeiterschaft in Palästina zu akzeptieren, muß ich antworten: weil es keifte Diktatur der Arbeiterschaft gibt (Stürmischer Beifall). Es ist unfair, die Herrschaft einer gesetzlichen Majorität, die auf gesetzmäßigem und regulärem Wege zustande kommt, um den zur Zeit in der Bewegung herrschenden Willen durchzusetzen, als Diktatur hinzustellen. Ich bin bereit, die Diktatur der Arbeiterschaft in Palästina anzunehmen, weil ihre jüdische Arbeit, gegen die ich a if den letzten beiden Kongressen unter bestimmten Verhältnissen ungerecht war, und nicht Kapital oder Spekulation, sondern wirklich jüdische Arbeit auf der Grundlage des Keren Hajessod und des Keren Kayemeth Erez Israel wiederaufgebaut hat, weil die jüdische Arbeiterschaft, die Histadruth Hapoalim, es ist, deren höchstes Bestreben, trotz allen unvermeidlichen menschlichen Fehlern, dahin geht, eine Periode sozialer Gerechtigkeit im jüdischen Lande, in Erez Israel einzuleiten. Ich nehme keine Diktatur der Arbeiterschaft an, wohl aber eine Mehrheit der Arbeiterschaft. Ich würde daher auch wünschen, daß der XIX. Zionistenkongreß an den ersten und letzten Revisionistenkongreß, der bald in Wien zusammentritt, folgende Botschaft sendet: „Ihr könnt Euch, unter völliger Mißachtung des jüdischen Geistes und der jüdischen Tradition zum Trotz, dafür entscheiden, das System der Reaktion in europäischen Ländern aufzubauen und zu stärken. Wir Zionisten aber wünschen, die Grundlagen Demokratie, der Freiheit und Gerechtigkeit in Erez Israel 2111 verwurzeln durch die Mitwirkung der Histadruth" (Lebhafter Beifall). All das wurde erreicht trotz sehr geringer Unterstützung für diese Pionierleistungen des jüdischen Volkes von sehen der Mandatarmacht, obwohl sie .versprochen hat, die Errichtung des jüdischen Nationalheims in Palästina zu erleichtern, und trotz minimaler Unterstützung von seiten des jüdischen Volkes. Leider muß zugegeben werden, daß der K.H. und der K.K.L. eine sehr armselige Unterstützung durch die Diaspora erfahren haben. Auch das jüdische Kapital, das jetzt nach Palästina strömt, zeigt, daß seine Besitzer nicht bereit sind, etwas für jüdische nationale Zwecke zu leisten. Wenn diese beidea Hilfsquellen des Aufbaues nicht in großem Umfange durch das jüdi-

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