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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 454

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 454 (sequence 457)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476292--9498-3485649
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454 /Kongreß-Sitzung: Lage der deutschen Juden einige Namen aufzählen: die Namen von Moses Mendelssohn, Heine und Börne. Wir erwähnen ferner mit Stolz Karl Marx und Ferdinand Lassalle, Mendelssohn-Bartholdy, Meyerbeer und Liebermann, Lasket\ Bamberger und Rathenau, Wassermann, Ehrlich, Haber und den Fürsten im Reiche des menschlichen Geistes Albert Einstein (Lebhafter Beifall). Emigration war die Antwort im Jahre 1492. Auch im Jahre 1933 und den folgenden Jahren wurde diese Antwort gegeben. Sie mußte gegeben werden. Emigration vor allem in das nichtarischeste Land der Geschichte! Wenn die Juden nach anderen Ländern auswandern, so tragen sie die jüdische Frage mit, und die Probleme bleiben bestehen. An den Toren Palästinas hören die Juden auf, ein Problem xu sein, und werden wieder Juden und Menschen. Und eine letzte Parallele: Wie ist es Spanien nach 1492, in den 400 Jahren danach ergangen? Wie wird es Deutschland ergehen? Die Antwort auf den Nationalsozialismus und die Arierverklärung des Dritten Reiches kann nicht sein: „Wir sind so gut wie sie, sogar besser als sie, und wir stellen den Errungenschaften der Arier die der Semiten entgegen44, sondern die Antwort müßte lauten: „Sie haben zerstört, und wir werden aufbauen. Sie haben menschliche Werte vernichtet, wir werden sie schaffen. Sie verspotten die Freiheit, wir erkämpfen sie. Sie setzen die Gerechtigkeit herab, wir erhöhen sie'4 (Lebhafter Bjifall). Sie sagen: „Deutschland muß judenfrei sein.44 So sprach auch Spanien vor 450 Jahren. Sie bestehen darauf, daß Deutschland judenfrei sein muß. Sehr gut, Juden frei! Freie Juden, Juden, die frei sind, werden wir in Erez Israel und in allen anderen Ländern bekommen. Sie verbannen uns — die Zivilisation verbannt sie, die ihre Werte beschimpft und ihre Heiligtümer geschändet haben (Stürmischer Beifall). Ich stütze unsere Sache der jüdisch-nationalen Heimstätte auf folgende Grundlagen: 1. die innere und äußere Notwendigkeit für die Juden; 2. die Pflicht des Christentums oder der zivilisierten Welt. Das erste ist unser ungeschriebener Charter, das zweite die unleugbare Verpflichtung, uns zu helfen, die auf den Nationen ruht, die sich Christen nennen; zwei von ihnen, zwei englisch sprechende Nationen, Groß britannien und die Vereinigten Staaten von Nordamerika, haben in jeder Form ihre Pflicht anerkannt. Es gibt eine dritte Grundlage, auf die unsere Sache zu stützen ist, und zwar das Wunder, das durch unsere jüdischen Brüder in Palästina geschaffen wurde, die erhabenste Errungenschaft der Juden im Laufe von Jahrhunderten, auf die wir stolz sein können. Die Judsn haben bewiesen, daß sie dieser Riesenaufgabe mehr als gewachsen sind. Der Glanz Palästinas beruht auf der Art, nicht nur auf der Tatsache seines Aufbaues, auf der Verheißung, die es für die Zukunft der gesamten Menschheit in sich birgt. Das heutige Palästina verspricht, endlich einmal der erschreckenden, sinnlosen Diskrepanz zwischen den prophetischen Lehren und dem jüdischen Leben, zwischen der unaufhörlichen mündlichen Forderung nach Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit einerseits und der widerspruchslosen Hinnahme der Ungleichheit und Ungerechtigkeit der Welt

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