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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 452

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 452 (sequence 455)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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452 Kongreß-Sitzung: Lage der deutschen Juden und werden sie nicht preisgeben, die Beschlüsse aber müssen von uns allen und nicht nur von einem Teil von uns gefaßt werden. Wir können stolz darauf sein, daß sich die deutschen Juden in der vordersten Front befinden; denn wir Juden sind Kinder der Freiheit, Kämpfer für die Gerechtigkeit und Beschützer der Zivilisation. Wenn wir die Freiheit immer so besessen hätten, wie wir sie heute lieben, wenn wir so für Ungerechtigkeit wären, wie wir heute leidenschaftlich für menschliche Gerechtigkeit eintreten, dann hätte der Nationalsozi.ilismus keinen Streit mit den deutschen Juden, auch nicht mit dem Weltjudentum gehabt. In Amerika wissen es alle, daß der Nationalsozialismus die überlieferten ethischen und religiösen Werte der Zivilisation angreift. Dies ist u. a. auch daraus zu ersehen, daß die führenden katfrol^chen und protestantischen Zeitungen in Amerika verlangen, die' Olympiade im Jahre 1936 möge nicht in Berlin stattfinden, da sie nicht glauben, daß unter dem gegenwärtigen Regime irgendwelche Hoffnung für ein fair play und richtigen Sportgeist besteht. Wir protestieren nicht gegen die Betonung der Existenz von Rassen, wir sind aber gegen die Lüge von höheren oder niederen Rassen. Wenn eine solche Lüge über eine der bedeutsamsten Rassen, der Geschichte verbreitet wird, was kann man erst über die Rassen sagen, die in ihrer Geschichte nicht so viele intellektuelle und geistige Errungenschaften aufzuweisen haben, wie es bei uns der Fall ist! Wir sollten nicht nur als Juden, sondern auch als Menschen gegen die Theorie und die Praxis des Nationalsozialismus protestieren, der eine neue schreckliche Gefahr für die Welt heraufbeschwört, die Gefahr der Konflikte zwischen den Nationen. Während die Welt nach Mitteln sucht, um die Möglichkeit internationaler Kriege zu beschränken, schafft das Naziland weite Aussicht auf Konflikte, die aus der Rassentheoric erwachsen. Wir sollten uns nicht dazu herablassen, uns mit den Klagen oder Verbrechen eines Regimes zu befassen, das durch seine Wortführer über die Juden wie faber Flöhe spricht und sie also ins Tierreich versetzt. Ein Regime, das sich über seine Nachbarn und seine Untertanen, die beim Aufbau des Landes im Laufe von Jahrtausenden mitgeholfen haben, so ausdrückt, verliert das Recht, als Vertreter der modernen Zivilisation angesehen zu werden (Lebhafter Beifall). Ich komme nicht mit Beschuldigungen und Klagen zu den deutschen Juden. Es wäre gemein, derartiges zu tun. Wir können und müssen aber aus einem eingewurzelten Fehler in der Vergangenheit der deutschen Juden lernen. Wir Zionisten haben der alten Fiktion ein Ende gemacht und die Masken heruntergerissen und die immer wieder vorgebrachte Behauptung bekämpft, daß wir nur eine Glaubensgemeinschaft sind, eine religiöse Vereinigung und Brüderschaft. Jetzt wissen wir, und wir proklamieren es offen, daß wir nie aufgehört haben, ein Volk zu sein, und daß wir uns als Volk mit der Aufgabe des Aufbaues der Nation und des Wiederaufbaues der jüdisch-nationalen Heimstätte im jüdischen Lande befassen. Der jüdische Wille hat seine Entscheidung getroffen. Die Nationen können helfen oder stören, sie können jedoch die Ausführung nicht verhindern. Der jüdische Wille

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