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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 451

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 451 (sequence 454)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476292--9495-3485646
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Wise 451 kongreß ist die jüdische Welttribüne, von der aus wir die jüdische Sache der Menschheit vortragen, nicht damit sie einen Beschluß für uns faßt, sondern damit die Welt von den Beschlüssen Kenntnis nimmt», zu denen wir gelangt sind, und die Gründe hört, die uns zu deren Annahme bewogen haben. Um es in populärer Sprache zu sagen: Wir fragen die Welt nicht, wir erzählen ihr. Wir stellen keine Fragen an die Welt, wir geben Antwort. Wir laden die Nationen nicht ein, für uns Beschlüsse zu fassen, wir geben den Nationen von unseren, Beschlüssen Kenntnis. Die Lage der Juden im Dritten Reich ist keine deutsche oder deutschjüdische Frage allein. Es ist eine jüdische Frage, eine jüdische Weltfrage, eine Weltfrage. Es ist eine jüdische Weltfrage, weil der Nationalsozialismus nicht nur die deutschen Juden für Angehörige einer niederen Rasse von minderwertigem und vergiftetem Blut erklärt hat, sondern alle Juden, die gesamte jüdische Rasse. Auch wenn die Behandlung der deutschen Juden durch die Nazis keine Herausforderung an die gesamte Zivilisation wäre, auch wemn der Einfluß der Nazis und ihr Beispiel nicht ungeheures Unheil außerhalb des Dritten Reiches angerichtet hätte, auch dann wäre das Schicksal der deutschen Juden, da wir eine Einheit bilden, unser Schicksal, ihre Tragödie unser Leid. Dieses jüdische Welttribunal hat sich ehrenvoll und in voller Wahrheit mit dem deutsch-jüdischen Problem befaßt. Den deutschen Juden, die darauf bestehen, daß dieser Zionistenkongreß sich nur mit der „Refuah", mit Erez Israel, befasse und nicht mit der „Makkah", mit der Wunde, ist folgendes zu antworten: Zwar hat Palästina Großes und Gutes für die jüdischen Flüchtlinge aus Deutschland getan, dennoch hat es nur für fünf oder sechs Prozent der deutschjüdischen Bevölkerung ein Heim geschaffen; die Wunden aber nehmen von Tag zu Tag zu, und das schwerste Leid droht erst in der nächsten Zeit, die Aufhebung oder Zurücknahme der deutschen Staatsbürgerschaft aller deutschen Juden. Wenn sich dieser Kongreß nur mit der Diskussion und Aufstellung des Programms für eine Heilung in Palästina befaßt und über alle anderen Probleme geschwiegen hätte, so hätte die Welt daraus die Schlußfolgerung gezogen, daß die Lage nicht so ernst ist, wie wir es immer gesagt haben. In Wahrheit aber könnte nichts katastrophaler sein, als wenn man den Eindruck bekäme, daß uns das Schicksal der deutschen Juden gleichgültig sei und wir uns nur mit der eigenen Lösung unseres Problems befassen, daß wir dagegen zu dem Gewissen der Menschheit kein Vertrauen und keinen Glauben an das moralische Gefühl des Christentums haben, das jetzt in allen seinen Teilen, Protestantismus und Katholizismus zugleich, ebenfalls angegriffen ist. Es gab Leute, die gegen meine Schilderung der Situation der deutschen Juden als der der Einwohner einer belagerten Stadt waren. Also sagen wir es anders: Diejenigen, die sich in den vordersten Schützengräben des Dritten Reiches befinden, können nicht erwarten, daß man ihnen die Führung der gesamten Verteidigungsarmee übergibt. Wir dürfen 29*

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