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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 450

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 450 (sequence 453)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476292--9494-3485645
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450 //. Kongreß-Sitzung: Lage der deutschen Juden im Kongreß und in der Zionistischen Organisation sollen ihre Hilfe und ihr moralisches Gewicht einsetzen, daß die Einigkeit und Dftw ziplin in allen Zweigen unserer Tätigkeit auch im Jischuw zur Herrschaft gelange. Die Kritik auf diesem Kongreß verpflichtet vor allem die Kritiker, verpflichtet, wie immer der Kongreß ausgehen möge. Ich will meine Rede mit dem Ausdruck der Zuversicht schließen, daß die Parole, die von hier ausgeht, eine Parole größerer Einigkeit, größerer Hingabe und größerer Leistungsfähigkeit sein möge (Lebbafter, langandauernder Beifall). DIE LAGE DER DEUTSCHEN JUDEN UND DER ZIONISMUS. DR. STEPHEN S. WISE (W> eltverein. Allg. Zion., Amerika spricht englisch): Die amerikanische Presse hat das Gerücht verbreitet, es sei mir wegen meiner Angriffe auf das Nazi-Regime verboten worden, auf dem Zionistenkongreß zu sprechen. Wie Sie sehen und hören werden, ist das ein falsches Gerücht. Wenn ich bisher nicht gesprochen habe, so war das meine Sache. Niemand hat es gewagt, auch nur anzudeuten, daß ich in der Darlegung meiner Ansichten über das Nazi-Reich nicht frei wäre. Wäre auch nur eine Andeutung dieser Art ausgesprochen worden, so hätte ich mich vom Kongreß zurückgezogen, und ich glaube, daß sich viele Delegierte mir angeschlossen hätten, wenn auch nur irgendwie angedeutet worden wäre, daß wir, Delegierte des XIX. Zionistenkongresses, nicht die Freiheit haben, über den Nationalsozialismus und das Dritte Reich so zu sprechen, wie unsere Ueberzeugumg und Erkenntnis es uni gebieten. Man braucht keine besonderen Gründe dafür zu suchen, warum Herr Sokolow, Ben-Gurion und andere hier solche Uebersichten über die Lage der Juden in der ganzen Welt gegeben haben. Es geschah weder, um eine Rechtfertigung für den Zionismus zu suchen, noch um uns selbst* zu bemitleiden, was eine Art Selbstverachtung wäre. Wir sind zusammengekommen, um den Juden Trost zu spenden, die von schwerem Unheil betroffen wurden, um von der einzigen demokratischen und repräsentativen Welttribüne des Judentums unser Gefühl der Einheit mit allen jüdischen Brüdern in der ganzen Welt zu proklamieren, damit diese, wie sehr sie auch betroffen worden sindT in dem Bewußtsein der jüdischen Einheit eine gewisse Beruhigung finden. Wir sind hier nicht zusammengekommen, um hier eine Klagemauer zu errichten, an der wir die Leiden der jüdischen Diaspora erzählen. Die Epoche der Klagemauer ist für uns Zionisten mit dem Werke Theodor Herzls zu Ende gegangen. Theodor Herzl hat der Periode, in der wir uns auf andere, äußere Kräfte verlassen haben, ein Ende gemacht. Er hat eine neue Periode eingeleitet, in der wir Zionisten eine Lösung für unsere Probleme suchen und sicher finden werden — aber in erster Reihe durch unser eigenes Urteil, unseren eigenen Willen, und durch unsere eigenen Beschlüsse. Der Zionisten-

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