Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 440 (sequence 443)
- Language
- German, English, Hebrew
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440 ij. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte mit klaren Augen sehen. Dies ist ein zionistischer Kongreß, wir sind eine zionistische Organisation, die eine zionistische Exekutive wählt, und diese zionistische Exekutive ist die Institution, welche die Energien des jüdischen Volkes auf den Aufbau Erez Israels konzentriert, auf die Schaffung eines großen, freien Jischuw in Erez Israel. Wo wir es in einigen Ländern mit Auswanderungs-Beschränkungen, mit Schwierigkeiten bei der Mitnahme des Vermögens, mit Verfolgung des Zionismus, mit Hemmungen unserer Arbeit zu tun haben, haben wir eine Tätigkeit entfaltet, wie z. B. gegenüber Sowjetrußland, und wir werden es auch weiterhin tun. Es ist nicht richtig, daß wir uns diesem Problem entzogen, daß wir neue Möglichkeiten für eine Tätigkeit nicht gesehen haben. Wir haben Versuche gemacht, wir haben uns bemüht und bemühen uns noch immer, jedoch als eine Institution, deren Aufgabe die Verwirklichung des Zionismus ist, und nicht als Schützer der Rechte des jüdischen Volkes in der Diaspora. Es gab eine Kritik, die die abtretende Exekutive mit beiden Händen zu unterschreiben bereit ist, die Forderung nach wirtschaftlicher Führung, nach mehr Aufmerksamkeit für Wirtschaftsfragen, die Forderung, die Exekutive möge sich an die Spitze unseres ganzen wirtschaftlichen Werkes stellen, sie möge nicht nur für ihr Budget sorgen, sich nicht damit begnügen, bei sich selbst Ordnung zu schaffen, sondern ihre Kräfte und ihre Autorität darauf konzentrieren, unser ganzes wirtschaftliches Werk zu leiten und zu lenken. Die Exekutive unterschreibt diese Worte. Möge es uns vergönnt sein, in Zukunft diese Dinge zu verwirkliehen! Aber seit wann konnte man beginnen, unter uns davon zu sprechen, daß die Zionistische Exekutive sich diese Aufgaben stellen solle? Seit wann ""konnten solche Forderungen an die Zionistische Exekutive gestellt werden? Konnte man etwa bei der Situation, wie sie noch vor zwei Jahren herrschte, bei den riesigen Schulden, die auf der Exekutive lasteten, daran denken, daß sie solche Aufgaben erfülle? Konnte man etwa nach dem letzten Kongreß, als man in verschiedenen Kreisen des Jischuw und auch in der Zionistischen Organisation darauf wartete, ja sicher war und dieser Erwartung auch in der Presse und von Rednertribünen Ausdruck gab, daß diese Exekutive morgen oder übermorgen bankrottieren, daß sie kein Geld haben, kein Geld bekommen werde, — konnte man bei einer solchen Situation von solchen Aufgaben reden? War es in einer Situation, da man die Exekutive für eine Partei in der Bewegung erklärte, ihr die nationale Autorität und das Vertrauen der breiten Masse absprach, möglich, an die Erfüllung solcher Aufgaben zu denken? Die Exekutive hatte mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Sie erhielt die Hilfe nicht immer, bevor sie etwas tat. Viel von der Hilfe, die sie erhielt, kam erst nachher. Wir reden über diese Dinge jetzt nicht im einzelnen, aber jetzt und erst jetzt, da das Haus der Exekutive selbst in Ordnung ist, und da man zugesteht, was die Exekutive hätte tun können, kat*n mam über die Erweiterung des Rahmens und die Erfüllung größerer Aufgaben durch die Exekutive sprechen, von ihr fordern, sie möge die wirtschaftliche Tätigkeit im Lande lenken.