Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 439 (sequence 442)
- Language
- German, English, Hebrew
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Shertok 439 Erbitterung gegen eine bestimmte Methode der Regierung auf die Häupter der Polizisten zu entladen, die die Pflicht haben, ihre Aufgabe, entsprechend den ihnen gegebenen Weisungen, zu erfüllen. Wir schicken doch unsere besten jungen Menschen in den Sicherheitsdienst und verlangen von ihnen die Erfüllung dieser Pflichten. Denken wir doch daran, daß sie in ihrem Dienst Weisungen erhalten können, die uns nicht willkommen sind! Denn nicht von uns werden sie die Weisungen erhalten, wenn sie Polizisten sind. Sie erhielten von uns die Weisung, Polizisten zu sein. Wenn sie aber Polizisten sind, unterstehen sie einer anderen Disziplin. Hüten wir uns davor, Bedingungen zu schaffen, die es einem jungen, einsichtigen Juden unmöglich machen, Polizist in Erez Israel zu sein. Wir müssen andere Formen finden, um unseren Zorn zum Ausdruck zu bringen, und haben nicht das Recht, den Ast abzusägen, auf dem wir sitzen. Von den Delegierten orientalischer Gemeinden wurde erklärt, daß sich die Exekutive nicht genügend mit der Lage der jüdischen Gemeinschaften im Orient befaßt habe. Diese Kritik stammt aus Unkenntnis der Tatsachen. Die Exekutive hat sich ganz besonders mit dieser Frage befaßt, aber nicht alles, was sie in diesem Punkte getan hat, läßt sich' mitteilen und in der Oeffentlichkeit erörtern. Die Exekutive hat sich ganz besonders bemüht, in jedem einzelnen der orientalischen Länder, von Nordafrika bis Persien, Menschen zu finden, mit denen sie in Verbindung treten, von denen sie sich über die Lage berichten lassen konnte, und sie hat jedem Ton, jedem Widerhall, der aus diesen Ländern zu ihr drang, ihr Ohr geliehen. Dieses Kapitel ist schwierig und muß lang sein. Hier liegen besondere Gründe vor, die mit der Lage der Juden im Orient zusammenhängen. Es ist richtig, was hier dargelegt wurde, daß man ihnen, trotz allem feindseligen Verhältnis zu ihnen, den Auszug erschwert, weil sie in diesen Ländern bestimmte wirtschaftliche Funktionen erfüllen, weil sie Handwerker und Händler sind und man fürchtet, sie zu verlieren. Aber da der Konflikt mit unserem Nachbarvolke im Lande, in dem wir mitten drin stehen* großen Einfluß auf die Stimmung in den Ländern des Orients hat und sich im Verhältnis zu den Juden spiegelt, so ist besondere Vorsicht auf diesem Gebiete vonnöten. Aber wir können in die Länder des Orients, insbesondere in die Nachbarländer Palästinas kommen und dort von dem großen Nutzen sprechen, den für sie die Entwicklung Erez Israels hat, über die vielen positiven Seiten unseres Werkes nicht nur für das Land und alle seine Bewohner, sondern auch für den ganzen Orient, über den Nutzen, den ihnen heute schon die Entwicklung von Touristik und Handel bringt, über die Verkehrs-Verbindungen, über die wissenschaftlichen Kräfte, die im Lande konzentriert sind. Die Exekutive der Jewish Agency kann jedoch nicht die Aufgabe auf sich nehmen, die jüdischen Minderheiten in der ganzen Welt zu verteidigen. Auch darüber hat man hier Kritik gehört, doch ist sie nicht berechtigt und verfehlt gänzlich ihr Ziel. Kein Kongreß hat der Exekutive die Pflicht auferlegt, an die Spitze des Kampfes der jüdischen Massen um ihre Rechte zu treten. Wir müssen unsere Wirklichkeit