Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 436 (sequence 439)
- Language
- German, English, Hebrew
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436 i$. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte meinsamen nationalen Verantwortung und ihrer Zusammenfassung (Li h~ harter Beifall). VORS. PRÄS. DR. WEIZMANN: Sie haben über eine wichtige Resolution abgestimmt. Sie haben Erklärungen gehört, welche die Vertreter der gesetzestreuen Judenschaft und die Vertreter der Arbeiter hier abgegeben haben. Es war mein Privileg, gestern zwei Stunden in einer Kommission zuzubringen, in der die Vertreter der beiden Welten sich um einen ehrlichen, ernsten Versuch zur Einigung bemühten. Wie schwer auch manchmal die Verhandlungen waren, weil es eben beiden Parteien ernst war, so glaube ich doch, sagen zu dürfen, daß gerade diese Verhandlungen eine Annäherung angebahnt haben, die von dauernder und grundlegender Bedeutung sein wird, mehr als es Resolutionen vermögen. Und deswegen begrüße ich im Namen des Präsidiums |ind in meinem eigenen Namen die Resolution und die Erklärungen, und ich hoffe: wann immer uns zentrifugale Kräfte zeitweise trennen wollen, wir werden immer im Namen der Sache den gemeinsamen Nenner finden, in der Ueberzeugung, daß, wenn wir unser Ziel erreichen, manche Reibungsflächen verschwinden werden und die Harmonie herrschen wird, die wir anstreben (Lebhafter Beifall). VIZEPRÄS. DR. GOLDMANN: Ich schlage vor, nunmehr Raw Meir Berlin als Vertreter der Misrachi ins Präsidium zu wählen. Der Antrag wird angenommen, und Raw Berlin nimmt, von stürmischem Beifall begrüßt, seinen Sitz im Präsidium ein. DIE EXEKUTIVE ÜBER DIE RICHTLINIEN IHRER POLITISCHEN ARBEIT IN PALÄSTINA. MOSCHE SHERTOK (Mitgl. d. Exek.y mit großem Beifall begrüßt — spricht hebräisch): Zwei meiner Freunde, Grünbaum und Locker, haben mir ein wenig von der Last abgenommen, die der Exekutive durch die Generaldebatte auferlegt wurde. Die Exekutive trat vor diesen Kongreß, selbst beladen mit der schweren Bürde der Erkenntnis, daß sie nicht alles, was in ihrem Plan festgelegt war, hat durchführen können, und sie hat das Recht, festzustellen, daß der größte Teil der Kritik, die hier laut geworden ist, nicht gegen den Weg gerichtet war, den sie gegangen ist, sondern die Forderung nach weiteren Leistungen und Anstrengungen auf diesem Wege enthielt. Die Exekutive nimmt diese Kritik gern entgegen. Die künftige Exekutive wird sich sicher bemühen, auf dem gleichen Wege weiter zu gehen, und man muß ihr wünschen, daß sie mehr Unterstützung, mehr Einigkeit im zionistischen Lager finde, um neue Fortschritte bei unserem Werke machen zu können. Die Diskussion erstreckte sich auf ein weites Gebiet und berührte viele Fragen, die sich sämtlich in einer Antwort nicht erschöpfen lassen. Es gab hier eine Kritik, die der Unkenntnis der Tatsachen entspringt. Man warf uns vor, daß wir uns nicht stark genug gegen Un-