Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 435 (sequence 438)
- Language
- German, English, Hebrew
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Catastini, Goldmann, Weizmann, Hoff mann, Remez 435 RABBINER DR. HOFFMANN (Misr., Deutschland — spricht deutsch): Zu dem soeben gefaßten Beschluß habe ich im Namen' der Misrachifraktion folgende Erklärung abzugeben: Nachdem die grundlegenden Forderungen, von deren Erfüllung der Misrachi seine Teilnahme an den Kongreßarbeiten abhängig machen mußte, in würdiger Weise ihre Erfüllung gefunden haben, nimmt der Misrachi von dieser Stunde an vollen Anteil an den KongreßarbeitenL Wir werden unseren Vertreter ins Präsidium entsenden, wir werden in die Kommissionen gehen und an den Debatten vollen Anteil nehmen. Es erfüllt uns mit lebhafter Freude und Befriedigung, daß eine Vereinbarung erzielt werden konnte, die uns den Eintritt in die Kongreßarbeit ermöglicht. An diese Erklärung möchte ich noch einige Bemerkungen knüpfen. Die Stunde, in der wir jetzt stehen, ist von großer Bedeutung und Tragweite. Es geschieht wohl jetzt zum ersten Male auf einem Zionistenkongreß, daß ein Beschluß, wie er soeben gefaßt wurde, unter einmütiger Zustimmung sämtlicher Gruppen des Kongresses gefaßt werden konnte. Und die Bedeutung dieses Geschehens erhöht sich noch dadurch, daß dieses Ergebnis erzielt werden konnte nicht durch Kampf und Zwang, sondern nach ernsten und eindringlichen Verhandlungen, durch den freien Willensentschluß der Arbeiterfraktion. Ich möchte der Hoffnung Ausdruck geben, daß diese Beschlußfassung dazu beitragen möge, ein besseres Verhältnis zwischen der thoratreuan Judenheit und der organisierten Arbeiterschaft in Erez Israel anzubahnen. Es wäre von unsagbar wohltätiger Wirkung auf die Gestaltung des jüdischen Lebens in Erez Israel, wenn zwei so wichtige Bevölkerungsteile sich etwas näher kämen. Dabei möchte ich bemerken, daß thoratreue Judenheit und organisierte Arbeiterschaft nicht Gegensätze sind. Denn auch wir haben ja eine nicht nur zahlenmäßig achtungswürdige; organisierte misrachistische Arbeiterschaft, den Hapoel Hamisrachi. Ueber alles Trennende und Scheidende hinweg steht vor uns allen das gemeinsame große und heilige Ziel, der Aufbau Erez Israels, das von uns allen letzte Kraftentfaltung und den Einsatz der ganzen Persönlichkeit fordert (Lebhafter Beifall und Händeklatschen auf allen Seiten des Hauses). DAVID REMEZ (Arb., Erez Israel — spricht hebräisch): Im Namen der Arbeiterfraktion des XIX. Zionistenkongresses kann ich mit Genugtuung feststellen, daß die anstrengenden Verhandlungen dieser Tage zu einer Verständigung geführt haben, die sich auf den Willen und die Erkenntnis aller stützt, die die Last der nationalen Verantwortung tragen. Wir wissen die gemeinsame zionistische Arbeit aller Schichten des Volkes von einem Ende bis zum zweiten zu schätzen, die sich auf respektvolle Beziehungen von Fraktion zu Fraktion und von Anschauung zu Anschatifing und auf die Darlegung der gemeinsamen ehrlichen Grundlage stützt, die in Wirklichkeit besteht, ohne jedoch die Gewissensfreiheit des Menschen anzutasten, die die feste Grundlage jeder gemeinsamen Arbeit ist. In der Assefat Haniwcharim und im Zionistenkongreß strebt unsere Bewegung nach Festigung der ge- 28«