Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 425 (sequence 428)
- Language
- German, English, Hebrew
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Locker, Mossinson 425 doch nicht um Ihre Sache, mischen Sic sich doch nicht hinein! (Heiterkeit und Beifall.) BERL LOCKER (fortfahrend): Lange Monate vor der Krakauer Konferenz zog sich die Diskussion über gewisse organisatorische Formen des Weltverbandes Allgemeiner Zionisten hin, und sowohl die Exekutive als auch der Weltverband hatten das Bedürfnis, darüber miteinander zu sprechen. Die Exekutive wollte anlaßlich der Krakauer Konferenz diese Frage klären; das war der Grund meines Kommens. Von der Konferenz wurde auch eine Organisationskommission gewählt, die die Sache behandelte. Und doch diese Verdächtigungen! Mir wurden drei Dinge übel genommen: i. Ich sei nicht in Gala erschienen — obwohl andere sich auch nicht in Gala warfen; 2. ich hätte zu kurz gesprochen; 3. und vor allem das, daß ich gesagt habe, der Geist Schmarjahu Levins möge die Konferenz beherrschen, was offenbar als parteiische Stellungnahme für die eine Richtung des Allgemeinen Zionismus aufgefaßt wurde. Und so entstand diese lächerliche Legende; aber Herr Schwarzbart hat sich selbst widersprochen. Er sprach hier merkwürdige Dinge über den Allgemeinen Zionismus. Er sagte: „Genau so, wie Ihr ein Recht habt, Sozialisten zu sein, haben wir ein Recht, gegen den Sozialismus zu sein.44 Er hat damit der Richtung, in deren Namen er auftritt, einen politischen Stempel aufgedrückt. Es ist nicht meine Sache, zu entscheiden, ob das der wahre Allgemeine Zionismus ist oder nicht. Aber im Allgemeinen Zionismus gibt es Gruppen, die anders denken, Menschen, deren allgemein-politische Orientierung sozialistisch ist, die aber doch glauben, bei uns Allgemeine Zionisten sein zu können. (Zwischenruf DR. H. REICHMANN: Sie sind aber keine Allgemeinen Zionisten.) Herr Dr. Reichmann, wenn es so ist, wie Sie sagen, so haben Sie damit erklärt, daß Sie mit diesen Menschen nicht in einer Organisation zusammensitzen können. Dann aber bin auch ich nicht der Satan, der Euch gespalten hat (Lebhafter Beifall und Heiterkeit). Nur noch ein Wort über die innere Situation: in der zionistischen Bewegung ist die zentripetale Kraft, die alle zusammenhielt, schwächer geworden. Das ist eines der größten unter unseren Problemen. Ich leugne nicht, daß wir andere Probleme haben, die aus dem raschen Wachstum der zionistischen Bewegung erwachsen. Wir haben Hunderttausende neue Anhänger bekommen, die zum großen Teil ihr Wahlrecht zu diesem Kongreß ausgeübt haben. Der zionistische Gedanke muß bei diesen Massen von der Gefahr der Konjunktur und Zeitweiligkeit befreit werden, der Gefahr, die wir „November-Zionismus" und „Deklarations-Zionismus*' nannten, und die man heute einen „Prosperity-Zionismus" nennen kann. Und es ist nötig, daß die ganze Zionistische Organisation Mittel findet, um die Zionistische Organisation vor dieser Konjunkturgefahr zu behüten. Aber das kann nicht geschehen durch die Annahme von Gesetzen gegen diejenigen, die jetzt gekommen sind, sondern durch eine große und planmäßige Erziehungsarbeit, um aus den Schekelzahlern von heute ständige und