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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 426

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 426 (sequence 429)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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426 14. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte ergebene Mitglieder der zionistischen Bewegung zu machen. Auf diesem Wege muß unsere Arbeit gehen. Wir kommen in die Organisationskommission mit bestimmten Vorschlägen für den Aufbau der Zionistischen Organisation. Man hat da vom Zerr itoruil verband gesprochen oder von der einheitlichen zionistischen Landesorganisation. Es war ein Vertreter des Weltverbandes Allgemeiner Zionisten, Herr Dr. Grünbaum aus Wien, der vor der Gefahr des Territorialverbandes warnte. Ich warne Sie vor der Gefahr, die Dinge so zu lassen, wie sie sind; ich warne alle Teile des Kongresses, auch meine eigenen Genossen, von denen manche in dieser Frage mit Euch übereinstimmen. Die Zionistische Organisation hat heute große staatliche Aufgaben, Sie hat nicht nur ungeheure Möglichkeiten, sondern auch gewaltige Interessen zu verwalten. Wir sind nicht allein auf der Welt. Es gibt noch eine feindliche nicht-zionistische Welt im jüdischen Volk und eine große nicht-jüdis.che Welt, die nicht aus lauter Freunden des Zionismus besteht, die glaubt, daß nicht alles, was man uns gab, für ewig gegeben ist, und unsere inneren Vorgänge sehr kritisch betrachtet. Ich bin der Letzte, der damit einverstanden sein wird, einen geistigen Druck oder einen Zwang auszuüben und politische Auffassungen zu vergewaltigen. Im Zionismus gibt es aber einen großen Bezirk von Arbeit, der allen gemeinsam ist. Die ganze zionistische Bewegung, die alle Teile des jüdischen Volkes, alle seine Richtungen, Gedanken und Taten, erfassen soll, kann nicht mehr im heutigen Zustand leben, wo eine tiefe Kluft zwischen der Zahl der Waloler und* der ständigen Mitarbeiter vorhanden ist, ein Zustand, bei dem die Leitung mit den Regierungen im Namen des ganzen Volkes verhandelt, während es in den einzelnen Landesorganisationen mehr Anarchie als Staatlichkeit gibt. Dieser Zustand muß geändert werden. Er soll geändert werden durch einige prinzipielle Beschlüsse dieses Kongresses. Ich warne Sie aber vor zwei Dingen: 1. vor der Angst vor Aenderungen; die revolutionärsten unserer Menschen sind in organisatorischen Fragen konservativ; 2. vor der Angst um den Verlust eines Privilegs. Die zionistische Bewegung ist eine demokratische Bewegung, und alle jene, die die einheitliche Organisation nicht wollen, weil sie heute über einen Stempel verfügen, <über den morgen vielleicht andere verfügen könnten, handeln nicht im Staatsinteresse. Das ist kleinlichste Parteipolitik. Und ebenso warne ich jene, die Angst davor haben, sich mit Zionisten anderer Richtung an einen Tisch zu setzen. Der große geistige und Ideenhampf im Zionismus hört nicht auf. Mit einem Be^ Schluß des Kongresses können wir nicht die geistigen Strömungen, die Klassenkämpfe abschaffen. Wir wissen, was zu dieser Abschaffung nötig ist. Aber die Tribüne des Zionistenkongresses ist zu einer Tribüne geworden, auf der alle Auseinandersetzungen der geistigen, der ideellen und Interessen-Konflikte erfolgen, die es im jüdischen Leben gibt. Die Teile unserer zionistischen Bewegung, für die der Zionismus heilig ist, und die ihre Parteiinteressen dem Gesamtinteresse hintansetzen,

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