Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 417 (sequence 420)
- Language
- German, English, Hebrew
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/. Grünbaum 417 nicht über die Kräfte, über die jungen Menschen verfügt, welche dieselben Opfer bringen können wie dieser Irgun des Allgemeinen Hechaluz, soll er sich nicht über diesen Irgun beklagen, sondern über seine eigenen Leute, darüber, daß sie für eine Hachscharah nicht taugen, und soll sich nicht damit trösten, daß die Hachscharah-Kibbuzim Konzentrationslager sind. Gewiß gibt es in der Hachscharah einiges zu verbessern; in der Aiijah-Kommission werden wir diese Frage sicher behandeln und die Arbeiten festsetzen, die den Jüngling oder das Mädchen für den Aufbau des Landes tauglich machen. Aber wer diese Hachscharah geringachtet und sie schlecht macht, begeht eine Sünde gegen die jungen Menschen, die in Hachscharah stehen. Das ist ein großes Opfer, und man muß allen jungen Menschen volle Achtung entgegenbringen, die in Treue dieses Opfer auf sich nehmen (Beifall). In Ihrer Partei, Herr Großmann, gibt es keine jungen Leute, die sich auf diesem Altar opfern wollen. Wenn es nicht geschieht, so ist sicher die Erziehung, die Ihc Euren Mitgliedern angedeihen läßt, schuld daran. (Zwischenruf MEIR GROSSMANN: Und wer siedelt sich in Ness Ziona an, das alle anderen verlassen haben?) Wir sprechen hier über die Hachscharah-Kibbuzim in der Diaspora. Aus all dem ergibt sich freilich ganz und gar nicht, daß man die meisten Zertifikate dem Hechaluz geben muß. Es gab eine Zeit, da nur der Chaluz nach Erez Israel ging; es gab eine Zeit, da alle anderen Kreise im Judentum nicht an die Einwanderung nach Palästina dachten und den Chaluzim die Arbeit in Palästina überließen, die damals, in jenen ersten Zeiten, eine von Tod und Verderben bedrohte Arbeit war. Damals besetzte der Chaluz alle Plätze. Das ist das Los des Hechaluz und etwas Natürliches: in schweren Zeiten, in Stunden der Gefahr, werden stets die Mitglieder des Hechaluz alle Plätze besetzen. In guten Zeiten jedoch muß der Chaluz wissen, daß er auch anderen Platz zu machen hat, weil er Chaluz ist, weil für ihn die Alijah ein Opfer auf dem Altar des Aufbaues und der Eroberung der Heimat bedeutet. Zu unserem Glück ist die Stunde gekommen, da die Massen des Volkes nach Palästina wandern, nicht nur weil es sie anzieht, sondern weil man sie aus ihren Wohnsitzen vertreibt. Man muß für sie Platz machen, da wir doch diese Massen-Alijah gewünscht haben. Hier sitzen doch Menschen, die früher Briefe und Artikel voll von Sehnsucht und Klage veröffentlicht und gefragt haben: Wo ist das Volkx warum setzt sich das Volk nicht in Bewegung, warum wandert es nicht ein? Und siehe da, es will einwandern. Und wenn das Volk einwandern will, muß man ihm dazu die Möglichkeit geben (Beifall). Ich glaube, daß es im Grunde keine Meinungsverschiedenheit über die Metbode der Alijah gibt; die Zertifikateinwanderwrg muß eine arbeitende Alijah sein, und man muß alles daransetzen, daß nicht auf Grund der Zertifikate jemand einwandert, der kein Arbeiter ist. Arbeiter ist jedoch nicht nur der Chaluz, sondern auch der Fachmann, der Handwerker. Alle Zertifikate müssen an Arbeitende verteilt werden, man halte sich jedoch auch vor Augen, daß die Arbeiter, die sich in 27