Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 416 (sequence 419)
- Language
- German, English, Hebrew
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416 14. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte Juden dieser Länder zu Hilfe zu kommen und ihnen die Möglichkeit der Alijah zu sichern. Wir müssen jedoch unsere Möglichkeiten und die Verhältnisse in Rechnung stellen, unter denen diese Juden leben. Wir wollen den Juden Persiens Zertifikate geben, aber die Bedingungen, unter denen sie leben, gestatten es nicht, die Zertifikate nach Persien zu schicken, und wir müssen zunächst nach Mitteln und Wegen suchen, um ihnen die Zertifikate zu übermitteln. Für die Türkei haben wir die Zalü der Zertifikate vergrößert, doch hatten wir allerlei Unannehmlichkeiten. Unser Vertreter in der Türkei wurde verhaftet und nach seiner Befreiung ausgewiesen, und so können wir zur Zeit die für die Türkei bestimmten Zertifikate nicht hinschicken. Wir müssen also nach neuen Möglichkeiten suchen, uin den türkischen Juden zur Einwanderung nach Palästina zu verhelfen. Zu meinem Bedauern kann ich den Forderungen des Herrn Avissar nicht zustimmen, daß wir 15 Prozent der Zertifikate für die Einwanderer aus dem Orient festsetzen. Wir haben große Verpflichtungen, über die ich noch sprechen werde, die uns das nicht erlauben. Ich will jedoch den orientalischen Ländern nicht weniger als 10 Prozent der Zahl der Zertifikate zusichern, die wir von der Regierung bekommen. Ich *gehe zu einer anderen Frage über: Man sprach hier viel über den Hechaluz und über die Hachscharah. Kein Zweifel, die Lage der Chaluz-Irgunim und der Hachscharah machen eine Reform notwendig. Wir befassen uns gemeinsam mit den chaluzischen Irgunim mit dieser Frage und suchen einen Weg, die Lage dieser Irgunim und der Hach scharah zu verbessern und den Chaluz für seine Aufgabe als Erbauer und Eroberer des Landes tauglich zu machen. Er soll unter dem Einfluß der zionistischen Bewegung stehen und überall dorthin gehen, wo man ihn braucht. Wir müssen für landwirtschaftliche Hachscharah sorgen, weil wir Chaluzim brauchen, die in der Landarbeit auf dem Lande verwendet werden können und in der Lage sind, den Kräften zu widerstehen, die sie vom Land in die Stadt, von der Landarbeit zu besser bezahlten und leichteren Arbeiten locken. Wir wollen die landwirtschaftliche Hachscharah erweitern, den chaluzischen Irgunim dieser Kategorie zu Hilfe kommen und ihnen durch eine unter den gegenwärtigen Verhältnissen ziemlich hohe materielle Beihilfe die Möglich - keit zur Entwicklung der landwirtschaftlichen Ausbildung geben. Herr Großmann hat hier die Hachscharah-Kibbuzim mit Konzen trationslagern verglichen. Der Vergleich ist völlig unrichtig. Ich will jedoch über die Gründe sprechen, die Herrn Großmann zu dieser Vorstellung geführt haben; ich kenne sie ein wenig. Wir haben einen Chaluz-Irgun, den ersten, der sofort nach dem Weltkriege mit Chaluz- Hachscharah begann und diese Hachscharah seit 15 bis 17 Jahren •durchführt. Er hat eine gute Tradition und ist jetzt der größte Irgun. Die Irgunim, die sich nach ihm organisierten, wollen mit ihm wetteifern. Das ist ihr gutes Recht; man muß aber durch Hingabe an die Arbeit wetteifern, mit Arbeitswilligkeit, im Geist der Chaluziuth^ die die ersten Irgunim beseelte, jedoch nicht mit Mitteln, mit denen man mit diesem Irgun konkurriert (Beifall). Und wenn irgendein Irgun