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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 415

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 415 (sequence 418)
Language
German, English, Hebrew
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Kleinbaum, I. Grünbaum U5 Was können wir mit der kleinen Zahl der Zertifikate machen, die wir haben? Nach welchen Grundsätzen verteilen wir die Zertifikate? Ich habe drei Grundsätze aufgestellt: Ausschlaggebend für die Verteilung der Zertifikate ist: 1. die Lage im Lande, d. h. das Ausmaß der Bedrängnis den Juden in jedem Lande; 2. die Größe der zionistischen Bewegung und der Chaluz-Bewegung in jedem Lande; 3. in welchem Maß es in jedem einzelnen Lande Schichten von Juden gibt, die für den Aufbau gebraucht werden. Das sind die drei Grundsätze. Mitunter gibt es ein Land, in dem die Bedrängnis sehr groß ist, wo aber keine zionistische Bewegung existiert und auch keine Kategorie von Personen vorhanden ist, die für den Aufbau des Landes notwendig wäre. Natürlich bekommt ein solches Land nicht die Zahl von Zertifikaten, die es will. Dagegen gibt es! Länder, in denen die Bedrängnis kleiner ist, die aber eine Schicht von Menschen haben, die wir für den Aufbau des Landes benötigen. Daher werden für solche Personen Zertifikate in größerem Ausmaße gewährt, und ein solches Land erhält mehr Zertifikate, als es erhalten würde, wenn es diese Kategorie von Menschen nicht besäße. Der österreichische Delegierte, Dr. Grünbaum, beklagte sich hier, daß wir die Ansprüche Oesterreichs verkürzten. Natürlich verkürzen wir das Recht Oesterreichs, wir verkürzen ja die Rechte aller Länder, alle haben recht mit ihren Klagen. Aber Herr Dr. Grünbaum hat sich hier ein wenig sonderbar benommen. Er erzählte ihnen von der Zahl der Zertifikate, die wir der Agudah auf Grund des Vertrages geben, aber nicht von der Zahl der Zertifikate, die wir Oesterreich insgesamt geben. Und als ich einen der Zuhörer nach dem Eindruck fragte, den die Worte Dr. Grünbaums auf ihn gemacht hätten, sagte er: „Sicher hat er recht, habt Ihr doch nur den Agudisten in Oesterreich Zertifikate geschickt und den Zionisten und anderen Juden habt Ihr keine gegeben." So wie Dr. Grünbaum sprechen Menschen, die als Advokaten einen gewissen Namen haben! Wir fiaben nach Oesterreich 155 Zertifikate geschickt, und es wird noch weitere bekommen von der Kategorie für bewährte Zionisten, für Fachleute und für Arbeiter, die durch Industrielle angefordert wurden. Ein paar Worte über die ]uden des Orients. Ich muß gestehen, daß wir in Europa von der Bedrängnis dieser unserer Brüder nichts« wissen. Erst in Jerusalem wurde ich dieser Verfolgten gewahr, und ihre Bedrängnis wurde mir bekannt. Ich glaube, daß die Klagen, die die Abgesandten jener Juden hier vorgebracht haben, berechtigt sind. Wir Europäer haben fast ganz die Existenz der Juden Afghanistans, Persiens, de* Türkei und des Jemen vergessen. Eigentlich ging es den Jemeniten noch viel besser als den Juden der anderen erwähnten Länder. In diesen orientalischen Ländern ist die Lage derart beschämend, daß die Welt, würden sich solche Dinge, wie sie in Afghanistan geschehen, in irgend einem europäischen Lande ereignen, erschüttert wäre von unseren Protesten. Wir haben die Pflicht, den

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