Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 414 (sequence 417)
- Language
- German, English, Hebrew
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414 14- Kongreß-Sitzung: Generaldebatte mit der Sorge für die übrigen Volksmassen zu verbinden. Diese Politik muß fortgesetzt werden. Ein weiteres wichtiges Postulat ist die Kulturarbeit in der Galutb. Wir haben ihr in der bewegten Zeit, die hinter uns liegt, wenig Zeit gewidmet. Wir dürfen jedoch um keinen Preis die hebräische Kulturarbeit in der Galuth vernachlässigen; sonst werden wir schließlich keine Alijah, sondern nur eine Emigration haben. Ich spreche hier im Namen des polnischen Zionismus (Protestierende Zwischenrufe). Die Tatsache, daß es gelungen ist, die Welt Vereinigung der Allgemeinen Zionisten zu schaffen, die eine staatsmännische, arbeiterfreundliche Politik verfolgt, ist für unsere weitere Arbeit; von höchster Bedeutung. Das ist der Weg, der zur Verwirklichung unserer kolonisatorischen Aufgaben und unserer nationalen Arbeit führt; denn nicht Petitionen und Separationen führen zur Verwirklichung, sondern Leistung und Arbeit (Lebhafter Beifall). DIE ANTWORT DER EXEKUTIVE AUF DIE GENERALDEBATTE. IZCHAK GRÜNBAUM (Mitgl. d. Exekut. — spricht hebräisch): Ich hätte gern ausführlich über die innere Politik der Alijah gesprochen; denn ich fühle das Bedürfnis, offen über die Fragen dieser Politik vor allen Parteien zu sprechen. Zu meinem Bedauern werde ich mich jedoch mit einigen Bemerkungen begnügen und die ganze ausführliche Besprechung auf die Sitzungen der Alijah-Kommission verschieben müssen. In der Generaldebatte wurden einige Worte der Kritik an der Tätigkeit des Einwanderungs-Departements geäußert; auf sie will ich erwidern. Zunächst zur Verteilung der Zertifikate auf die Länder. Es gibt kaum ein Land, das mit der Verteilung, wie wir sie in der letzten. Kongreßperiode vornahmen, zufrieden wäre. Ich möchte, daß die Mitglieder des Kongresses und die Angehörigen der Bewegung in allen Ländern den Zustand kennen lernen, wie er wirklich ist. Es gab eine Zeit, da die Länder, unter die wir die Zertifikate verteilten, zwei'Gruppen bildeten: die eine Gruppe bildeten jene Länder, die eine Alijah brauchten, die andere Gruppe jene, die überhaupt keine Alijah brauchten. In die Länder der zweiten Gruppe sandten wir Zertifikate eigentlich nur, damit sie sich erinnern, daß es eine Einwanderung nach Erez Israel gibt. Während der letzten beiden Jahre wurde die zweite Gruppe von Ländern immer kleiner und ist jetzt fast gänzlich verschwunden. Es ist so weit gekommen, daß aus den Vereinigten Staaten von Amerika, die einst ein Einwanderungsland für jüdische Massen aus allen Ländern Osteuropas waren, Zertifikate zu Hunderten verlangt werden und daß man sich beklagt, wir verkürzten das Recht dieses Landes, weil wir ihm wenig Zertifikate schicken. Wenn es mit den Vereinigten Staaten schon so steht, werden Sie verstehen, wie schlimm es mit den europäischen Ländern und den Ländern des Orients bestellt sein muß.