Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 413 (sequence 416)
- Language
- German, English, Hebrew
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Kleinbaum, Mossinson 413 alles zu vergessen, — nicht etwa deshalb, weil ohne Euch die Arbeit nicht weitergehen würde, sondern weil wir in der äußeren und inneren Lage, in der wir uns befinden, keine Zeit haben, uns in einen inneren Kampf einzulassen und Eure illoyalen Attacken abzuwarten. Aber das geht nicht so weit, daß wir den Grundcharakter der Koalition verwischen lassen können, und dieser ist: Ganzheit der Zionistischen Weltorganisation. Die zionistische Repräsentanz muß ganz und einig sein. Wir machen jetzt schwere Bemühungen, um mit dem Misrachi zu einem Frieden zu gelangen. Aber gleichzeitig versucht derselbe Misrachi, bei sich die „Disziplin44 von Calais einzuführen und kokettiert mit der „Neuen Zionistischen Organisation44. In dem offiziellen Communique des Warschauer Misrachi heißt es ausdrücklich: „Vorläufig hat der Misrachi keine Beziehungen zur ,Neuen Zionistischen Organisation4.'' Gegenüber dieser Taktik müssen wir trotz unserer Bereitschaft, den religiösen Forderungen des Misrachi entgegenzukommen, unbeugsam, rücksichtslos und unbedingt an dem Standpunkt der Einheitlichkeit der Zionistischen Organisation festhalten {Beifall). Herr Stricker hat den Austritt der Revisionisten auf den Totalitätsanspruch der Linken zurückgeführt. Das ist nicht richtig. In Wahrheit ist es ein Kampf der Idee der Totalität der Zionistischen Organisation gegen die Tendenzen, sie zu zerschlagen und zu zerbrechen» (Beifall). Wir werden von dem Prinzip der unbedingten Disziplin der Organisation nicht abgehen (Beifall). Die Disziplin wird der Zement sein, der die Organisation untermauert, nicht Herrn Großmanns Zementinterpellation (Heiterkeit und Beifall). Die zweite Bedingung, von der wir nicht abgehen, ist die Einheit wid Ganzheit der Histadruth. Das ist keine sozialistische Frage. Der Kampf für jüdische Arbeit erfordert die Zusammenfassung der jüdischen Arbeiterschaft in einer einheitlichen Organisation. Diejenigen, welche eigene kleine „gelbe44 Gewerkschaften organisieren, sind soziale Reaktionäre (Beifall). Bereits hat der neu geschaffene Irgun mit seinem Memorandum die allgemein-zionistischen Arbeitgeber aufgefordert, nur allgemein-zionistische Arbeiter zu beschäftigen. Wozu wird das führen? Der Arbeitgeber wird nach der Partei-Legitimation fragen, und wenn ein Arbeiter einer Partei angehört, die ihm nicht paßt, wird er ihm keine Arbeit geben, bezw. ihn entlassen. In welcher anständigen Gesellschaft ward so etwas je gehört? Wozu wird das führen in der Zeit der ökonomischen Krise und Arbeitslosigkeit? Zur Messerstecherei! Und das ist Allgemeiner Zionismus? Der nationale Charakter der Alijah, die Priorität der Chaluz-Alijab muß erhalten werden. Nur so können wir unserer ersten Aufgabe, die Landwirtschaft in Erez Israel zu entwickeln, gerecht werden. Gleichzeitig darf man aber vom Standpunkt der nationalen Alijah nicht die großen Massen von produktiven Menschen, von Handwerkern in der Galuth vergessen, auch nicht die Tausende jüdischer Familien, die Angehörige in Erez Israel haben. Die Exekutive hat es verstanden, diese Tendenzen zu vereinigen, die Priorität der chaluzischen Alijah