Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 411 (sequence 414)
- Language
- German, English, Hebrew
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Wohl, Kleinbaum 411 Die konservativen Rabbiner sagen in ihrem Statement über den Aufbau Palästinas: „Die Hi9tadruth proklamiert, so sagen ihre Gegner, den Klassenkampf. Diese Behauptung der Gegner der Histadruth ist jedoch nur ein Deckmantel für Reaktionäre, die diejenigen angreifen wollen, die dio Rechte dor Redrückten verteidigen. Wir teilen mit dor Histadruth dio religiösen Gedanken und Ideale, die dio Hoiligkeit und Würde des menschlichen Lebens fordern und dio Errichtung einer Gesellschaft erstreben, in der diese Ideale verwirklicht werden. Wir stimmen mit der Histadruth darin überein, daß nur durch genossenschaftliche Lebensformen eine gerechte Gesellschaftsordnung geschaffen und die genannten religiösen Ideale verwirklicht werden können. Als religiöse Menschen müssen wir die idealistischen Bestrebungen der Arbeiterbewegung beim Aufbau unserer nationalen Heimstätte in Palästina mit ganzem Herzen fördern." Unser Volk steht zwischen dem erlösten Erez Israel und einer Katastrophe. Unsere Jewish Agency muß nach neuen Mitteln und nach\ neuen Methoden suchen. Ich glaube, daß es das Prestige der Agency sowohl unter den Juden wie den Nichtjtfden heben würde, wenn wir in viele Länder Mitglieder der Exekutive oder andere ausgewählte Personen als Jewish Agency-Gesandte schicken würden, die in allen diesen Ländern die diplomatischen, wirtschaftlichen und arbeitsrechtlichen Beziehungen der Agency aufrecht zu erhalten hätten. Es wären gewissermaßen Konsulate und sie könnten auf den verschiedensten Gebieten eine bisher ungeahnte Wirksamkeit entfalten. Dadurch würde der Einfluß der Jewish Agency und ihre Leistungsmöglichkeit gewinnen. Dies ist, kurz skizziert* mein Vorschlag und ich hoffe, daß der Kongreß sich mit ihm beschäftigen wird. Lassen Sie mich mit einem Wort unserer Pflicht gegen die Tausende von zionistischen Märtyrern gedenken, die in Sibirien und den Gefängnissen Rußlands schmachten. Diese Regierung erlaubt nicht nur keinen Transfer, sondern fordert für jedes Opfer ein Lösegeld. Im Namen dieser Märtyrer, im Namen der Hunderttausende von Juden, deren Gebet es ist, daß wir ihnen eine Lebenschance bieten, im Namen des wiedererstandenen Zion appelliere ich an Sie: Lassen Sie uns Schulter an Schulter vorwärtsschreiten und das Land Israel für das Volk Israel aufbauen! (Beifall.) M.OSCHE KLEINBAUM (Weltverein. Allg. Zion., Polen — spricht 7tidisch): Die Generaldebatte geht ihrem Ende entgegen, man muß jedoch konstatieren, daß in dieser Debatte am wenigsten über die Tätigkeit der Exekutive und die Berichte ihrer Mitglieder gesprochen worden ist. Man hat sich hauptsächlich damit beschäftigt, die Ideologie und das Programm der Arbeiterpartei zu kritisieren. Selbstverständlich hat die Arbeiterpartei darauf wieder geantwortet, und so hatte die Generaldebatte die Form einer öffentlichen Gerichtsverhandlung über die Arbeiterpartei. Wahrscheinlich ist dies deshalb geschehen, weil die Vertreter der Opposition der Exekutive zu wenig vorzuwerfen haben- Obwohl die Arbeiterpartei auf die Tätigkeit der Eexkutive starken Einfluß hatte, wäre es doch ein Fehler, Tätigkeit und Programm de* Exekutive mit Tätigkeit und Programm des sozialistischen Flügels