Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 410 (sequence 413)
- Language
- German, English, Hebrew
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410 j^. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte warten. Sie muß auf Polen, Oesterreich und andere betroffene Länder erweitert werden. Wenn von diesem Kongreß ein Ruf in die jüdische Welt hinausgehen wird: „Rettet unsere Kinder!1*, dann werden unsere nationalen Fonds ein herrliches Echo finden. Und nun ein Wort über Amerika! Es gibt Menschen und Geld in Amerika. Die amerikanische Judenhcit könnte mit uns sein, aber es fehlt an der Führung und der großen, sozialen Maschinerie, um sie zu aktivieren. Die alten Methoden reichen nicht mehr aus, und die Aufgabe der Mobilisierung der amerikanischen Judenheit muß jetzt unsere Aufgabe werden. Die Liga für das Arbeitende Palästina hat eine Reihe von Aktionen in die Wege geleitet, die mir den richtigen Weg zu weisen scheinen. Die maßgebenden Menschen der amerikanischen Judenheit stehen heute zu uns, wir können aber ihre aktive Mitarbeit mit den ausgeleierten Mitteln früherer Jahre nicht für uns gewinnen und die Massen nicht mobilisieren. Es gibt nur einen Weg, und der ist, ihnen die soziale und prophetische Botschaft des Zionismus zu bringen. In den letzten Monaten haben vier jüdische Gruppen in Amerika und Kanada ihrer Bereitwilligkeit Ausdruck gegeben, uns zu größeren Leistungen zu verhelfen. Ich bin der Meinung, daß die Deklaration von 241 Reformrabbinern und des gesamten konservativen Rabbinats, des Jewish Centre, der Direktoren der Young Men Hebrew Association, sowie einer großen Gruppe von führenden Sozialarbeitern in den Vereinigten Staaten und Kanada von historischer Bedeutung ist. Ich möchte kurz zwei Statements der amerikanischen Reformrabbiner und der konservativen Rabbiner zitieren, die sehr gut in diese Generaldebatte hineinpassen, weil ich glaube, daß sie die beste Antwort auf die hier aufgerollten Streitfragen darstellen. Ich halte diese Statements für das Beste, was Amerika zum Aufbau Palästinas zu sagen hat. In dem Statement der Reformrabbiner heißt es: „Das arbeitende Palästina will in Palästina lieber eine genossenschaftliche Siedlung aufbauen als eine Gesellschaftsform, in der jeder dem anderen Konkurrenz macht. Das Ziel des Aufbaus ist es, in Zukunft einen Aufbau des gesellschaftlichen Lebens zu vermeiden, dessen Grundlagen Ungerechtigkeit und Ungleichheit sUnd, und das do«her nur auf Sand gebaut ist. Der Sinn des Aufbau3 Palästinas ist es, die Wirtschaft in den Dienst der Gemeinschaft zu stellen, nicht in den der Privatwirtschaft. Das Aufbauwerk strebt darnach, für alle Arbeiter einen angemessenen Lebensstandard sicherzustellen. Es stellt die Wohlfahrt der Gesamtheit höher als den Luxus Einzelner. Es beruht auf dem Prinzip des Rechtes auf Arbeit auf genossenschaftlicher Grundlage. Es setzt denjenigen Widerstand entgegen, die die echten Grundlagen des Jischuw zerstören müßten, wenn ea ihnen erlaubt wäre, billige Arbeitskräfte zu verwenden, statt jüdischen Arbeitern angemessene Löhne zu zahlen. Das Aufbauwerk macht alle Anstrengungen, um den Arbeitern den Weg nach Palästina zu ebnen, den Mittelstand wiederherzustellen und ihn zu den Kanälen primärer Tätigkeit hinzulenken. Das Aufbauwerk strebt nach Festigung des Vertrauens zu der Leistung der Juden in Palästina und nach Einigkeit im Jischuw. Das Aufbauwerk ist endlich gegen all die gerichtet, die aus dem jüdischen Palästina nur ein weiteres Land zur Ausbeutung der Schwachen und zur Errichtung einer Gesellschaftsordnung machen wollen, deren Grundlage wirtschaftliche Ungerechtigkeit ist."