Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 408 (sequence 411)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3476254-3476292--9452-3485603- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
408 14. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte der Mandatarmacht geleistet werden kann; wir dürfen aber andererseits auch nicht unsere im Mandat festgelegten Rechte für irgendwelche Zollerleichterungen für Orangen, für irgendwelche zeitweiligen Vorteile verkaufen, wie es der Pflanzerverband tut. Aber gleichzeitig müssen wir, angesichts der großen Gefahr unserer historischen Situation, die Brücke zur Verständigung mit dem arabischen Volke bauen (Beifall). Man fragt hier ironisch: Wie ist es um die gemeinsame Organisation mit den arabischen Arbeitern bestellt? Und wir wollen von dieser Tribüne aus erklären: Der heutige konstitutionelle Zustand Palästinas ist zwar nicht ideal, wir werden aber nicht darauf eingehen, diesen Zustand durch einen Legislative Council zu ersetzen, der weder den Interessen des Zionismus, noch denen der arabischen Massen Palästinas dient (Beifall). Wir wissen, daß die einzige Kraft, die zur Verständigung beider Völker und zu stabilen konstitutionellen Verhältnissen im Lande führen kann, die gemeinsame Kraft der Arbeiter beider Völker ist. Wir glauben daran, daß sq, wie die Arbetterkolonisation nicht nur den sozialistischen Traum der Arbeiter Palästinas und ihrer Bundesgenossen in der Diaspora verwirklicht, die Politik der Solidarität mit den arbeitenden Massen des benachbarten Volkes dem ganzen Zionismus den Weg ebnet, seinen politischen Status im nahen Orient zu sichern. Die Zionistische Organisation muß, angesichts der Gefahr eines Weltkrieges, der nicht nur unser Aufbauwerk, sondern das Schicksal des ganzen Volkes gefährden müßte, alle ihr zu Gebote stehenden Mittel dazu verwenden, um die Möglichkeit eines herannahenden Krieges abzuwenden. Gerade im Hinblick darauf, daß Idieser Kongreß in der kleinen Schweiz stattfindet, die es im Weltkrieg so gut verstanden hat, ihre Selbständigkeit und Neutralität zu wahren, sollte sich diesen Ruf, der vom Haschomer Hazair ausgeht, die ganze zionistische Bewegung zu eigen machen. Erez Israel darf in das Blutbad eines neuen Krieges nicht verwickelt werden! Soweit es der Zionistischen Organisation möglich ist, muß sie alles daransetzen, daß die Verwirklichung des Zionismus nicht durch einen Krieg gefährdet werde. Wir müssen den Ruf nach Frieden und Neutralität in Erez Israel mit lauter Stimme erschallen lassen (Beifall). \ Auch wir haben in den Tagen des Kongresses ein Telegramm erhalten, ohne jedoch, wie die anderen, eine Interpellation daraus zu machen. Wir haben die Nachricht erhalten, daß in der Wirtschaft, deren Mitglied ich bin, viel Wasser entdeckt wurde (Beifall). Als wir an den Bau der Siedlung gingen, glaubten wir nicht an die große Wasserquelle, die es in der Tiefe gibt. Wir besaßen aber unseren chaluzischen Glauben: das Land hat unbeschränkte Möglichkeiten. Die Frage ist nur, ob mit den vorhandenen Möglichkeiten die reinen, zionistischen, fortschrittlichen Tendenzen im Volke Schritt halten, ob diese Quelle in der Tiefe auch rein ist. Dieser Kongreß muß den fortschrittlichen Kräften der zionistischen Bewegung starken Ausdruck geben (Beifall). RABBI SAMUEL WOHL (Arb., Amerika — beginnt hebräisch): Auf dem nächsteh Kongreß, der in Erez Israel zusammentreten sollte, werde ich mich bemühen, nur hebräisch zu reden; diesmal bitte ich aber, mir