Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 407 (sequence 410)
- Language
- German, English, Hebrew
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Riftin 407 selbst und ihre Kinder ein Arbeiterleben möglich zu machen. Ohne die starke, geeinte Histadruth wäre Erez Israel ein Platz für niedrigste Ausbeutung und die Ausbreitung einer kleinen Schicht von Geschäftemachern. Schon sind Zeichen der Gesundung in der Zionistischen Organisation wahrzunehmen. Der erste Beweis dafür ist die Tatsache, daß sich um die zionistische Bewegung große jüdische Volksmassen zu konzentrieren beginnen. Wir haben schon mehr als eine Million Schekelzahkr. Ich hoffe, daß wir auf diesem Kongresse an die Organisierung der zionistischen Landesorganisationen herangehen und auf diese Weise noch größere Massen für den Zionismus gewinnen werden. Aber auch im Innern der zionistischen Belegung geht ein Prozeß der Gesundung vor sich. Wir waren Zeugen, wie auf der Konferenz in Krakau eine Kraft sich herauskristallisierte, die nicht damit einverstanden ist, daß der Allgemeine Zionismus ein Klasseninstrument der militanten Bourgeoisie in Erez Israel wird. Wir waren Zeugen dessen, daß ein Fundament für den Glauben an die Einheitlichkeit der Zionistischen Organisation und der zionistischen Bewegung vorhanden ist, nicht die formale Einheitlichkeit, nicht die Einheitlichkeit der Worte, sondern die innere, wirkliche Einheit der zionistischen Bewegung, die die Arbeiter und Chaluzim, diese Pioniere der jüdischen Massen, mit der immer ärmer werdenden Diaspora verbindet. Nur eine solche Zionistische Organisation, nur eine solche Zionistische Exekutive, nur eine gemeinsame Arbeit aller zionistischen Parteien und Strömungen können das Werk des Zionismus vorwärts bringen. Ein drittes bedeutsames Zeichen für die Gesundung, die in der Organisation vor sich geht, ist der. Wiederbeginn der kolonisatorischen Tätigkeit. Schon einige Tage lang beschäftigt man die jüdische Oeffentlichkeit der ganzen Welt und den Kongreß mit den Fragen der Religion, und eine ganze Fraktion nimmt an den Verhandlungen des Kongresses keinen Anteil, anscheinend, um der jüdischen Welt zu zeigen» daß die religiösen Fragen die entscheidenden für die zionistische Bewegung sind. Dabei gibt es eine andere, bedeutend wichtigere Frage, die zur zentralen Frage des Zionismus und des Kongresses gemacht werden muß, wenn man nicht ein schweres Unrecht an der Zukunft der Bewegung begehen will: die Frage eines großen, landwirtschaftlichkolonisatorischen Werkes. Das ist Rettung, nur das ist Gebot der Stunde (Beifall). Josef Baratz hat vor wenigen Minuten darauf hingewiesen, daß die Zeit gekommen ist, unsere tatsächliche Stellung in Palästina zu befestigen. Es gibt kein höheres politisches Gebot als dieses: Leget das Hule-Gebiet trocken, macht aus Hule einen blühenden Garten, schaffet eine große Bodenreserve in Erez Israel! (Beifall.) Es genügt aber nicht, in Palästina unsere tatsächliche Kraft, unseren Bodenbesitz, unser Kolonisationswerk zu stärken. Wir müssen auch politische Arbeit leisten, die uns Sicherheit in Palästina gibt. Wir müssen nach einer Verständigung mit der historischen Umgebung suchen, in der wir unser Werk bauen, wir müssen politisch arbeiten. Wir sind überzeugt, daß unsere Arbeit auch in Zukunft nur in Kooperation mit