Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 406 (sequence 409)
- Language
- German, English, Hebrew
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406 14- Kongreß-Sitzung: Generaldebatte Warum habt Ihr nur 13 Delegierte? Ihr seid zu diesem Los verurteilt, weil Ihr Euch mit Worten begnügt, weil Ihr nichts Konkretes vorzuschlagen habt, weil die einzige Antwort, die Herr Stricker auf die Judennot, auf die Lage in Erez Israel, auf unsere politischen Schwierigkeiten, zu geben wußte, das Wort „Judenstaat" war. Wenn diese Phrase Eure einzige Antwort ist, wird sie Euch nichts helfen! (Stürmischer, langandauernder Beifall.) JAAKOW RIFUN (Arb., Erez Israel — spriebt hebräisch): Als die Delegierten der Arbeiterbewegung vor zwei Jahren zum Zionistenkongreß gingen, taten sie es mit dem Gefühl der schweren Verantwortung für das Schicksal der Zionistischen Organisation und der ganzen zionistischen Bewegung. Damals wurde der Krieg gegen das Wesen und den Inhalt der zionistischen Bewegung proklamiert, der Kampf gegen das befreiende Ziel der zionistischen Bewegung, der Boykott gegen die Fonds, gegen den Freiheitssinn des Zionismus. Wir gingen zum vorigen Zionistenkongreß vom Grabe des ermordeten Chaim Arlosoroff. Wir dachten an das Schicksal des Zionismus, und wir wußten: der Zionistenkongreß muß ein Kongreß der Rettung werden. Der XVIII. Kongreß hat diese seine Aufgabe erfüllt, er war ,ein Kongreß der Rettung, und heute kann der XIX. Zionistenkongreß nicht nur von Rettung, sondern von Gesundung sprechen, von einem großen zionistischen Werk, das vor ihm steht. Welches war die Kraft, die der zionistischen Bewegung diesen Weg ermöglichte? Vor allem die Tatsache, daß an der Spitze der zionistischen Bewegung seit dem vorigen Kongresse eine arbeitsfähige Exekutive stand, eine Exekutive, die es verstanden hat, gemeinsam und fruchtbar zu arbeiten, und die dem fortschrittlichen Geiste der zionistischen Bewegung treu geblieben ist. Das zweite war die Tatsache, daß die Arbeiterschaft einen unerbittlichen Kampf gegen die revisionistische Reaktion und den revisionistischen Faschismus geführt hat. Die entscheidende Tatsache aber, die den Fortschritt der Zionistischen Organisation ermöglichte, war die Tatsache, daß die breiten Massen des jüdischen Volkes an die Verwirklichung des Zionismus durch die Kraft der Arbeit glaubten und glauben. Vor zwei Jahren sagte man, die Kraft der Arbeiterfraktion stamme aus dem Unwillen des Volkes gegen den Revisionismus, heute sagt man, sie komme davon, daß die Arbeiterschaft die Macht erobert hat. Auf den nächsten Kongressen wird man nach anderen Motiven suchen. Es ist aber eine Tatsache, daß die jüdischen Volksmassen interessiert sind nicht an einem Palästina der Spekulation und der leichten Gewinne, sondern an einem Palästina, in dem Millionen von Juden sich durch Arbeit ernähren können. Herr Stupp sprach hier von dem bescheidenen Gebilde, das man in Krakau ins Leben rufen wollte, von der neuen Arbeiterorganisation, die als Konkurrentin der Histadruth auftreten soll, und er kann nicht verstehen, warum die ganze zionistische Oeffentlichkeit darüber erregt war. Er und seine Freunde sollten doch wissen, daß diese geschlossene Mauer, die Histadruth heißt, den Lebensstandard der Massen von Juden sicherstellt, die nach Palästina kommen, um dort für sich