Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 405 (sequence 408)
- Language
- German, English, Hebrew
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Baratz 405 Erst, als unsere Schulen eröffnet wurden — als erste die Volksschule für Mädchen und für Knaben in Jaffa — erst als unsere Schule mit ihrem nationalen Geist zu arbeiten begann. Das wirkte sich auch auf die Schulen der Alliance und an anderen Plätzen aus. Die Schule \;on Rosch Pinnah aber, die in einer Atmosphäre arabischer Arbeit existiert, änderte nichts und machte nichts besser. Eine planvolle Erziehung verlangt eine entsprechende Umgebung. Unsere Schulen strahlen ihren Geist auch auf andere Schulen aus. Man regt sich hier über Ben-Gurion auf, daß er so gewagte Worte über das Rote Meer, über Transjordanien und über viel weitergehende cwume gesprochen hat. Wie darf er Dinge sagen, die doch ein Monopol nicht der Arbeiter, sondern der Judenstaatler sind? Wir haben nie über Transjordanien geredet, aber vor 26 Jahren kamen wir, eine kleine Gruppe Chaluzim, ins Land, und wir redeten nicht, sondern siedelten uns in üransfordanien an {Stürmischer, l an «andauernder Beit<iff). Das war ein Traum* den viele nicht verstanden, freunde fragten uns: „Was tut ihr, wohin geht ihr? Wie wollt ihr dort existieren?" Das war vor 26 Jahren, jenseits des Jordan, ohne jegliche Verbindung mit dem Westen des Landes; nicht einmal eine Brücke gab es über den Jordan. Wir führten damals nicht die Parole vom Judenstaat /u beiden Seiten des Jordan im Munde, aber wir faßten unsere Aufgabe praktisch auf und siedelten uns dort an. Dann kam der Krieg mit all seinen Schrecken. Und eines Tages, als Herbert Samuel Obcrkommissär war, besuchte der englische Kolonialminister Amery das Land. Zufällig erfuhren wir, daß der kleine Punkt Daganiah in Transjordanien dem Reiche des Emir Abdallah zugeteilt werden sollte. Wir erschraken: Plötzlich sollen wir zu Transjordanien gehören? Wir gingen zu Dr. Weizmann und mit ihm zu Herbert Samuel, und zwei Tage später besuchte Amery verabredungsgemäß Daganiah. Ich führte ihn auf den zweiten Stock unseres Hauses, zeigte ihm den Unterschied zwischen Zemach und Daganiah, zeigte ihm, was wir hier im Laufe der Jahre geschaffen haben, was Juden geschaffen haben. Und der Punkt Daganiah, den wir mit zwölf Siedlern zu schaffen begonnen hatten, blieb bei Erez Israel (Stürmischer Beifall). So zeigten wir, wie man in Palästina Boden erobert, und so wird es auch mit Transjordanien sein. Wenn Ben-Gurion hier über das Rote Meer sprach, so sprach er davon nicht als von einem Traum, sondern, nachdem in Erez Israel bereits etwas geschehen war. Ich weiß nicht, ob jemand einem kleinen Telegramm Aufmerksamkeit geschenkt hat, das hier verlesen wurde, dem Telegramm einer Arbeitergruppe südlich des Toten Meeres. Das ist die erste Kwuzah, die nicht mit Worten, sondern mit Taten auszog, das Land jenseits des Toten Meeres zu erobern (Beifall). Da£ ist unsere Kraft. Ihr debattiert mit uns, Ihr sprecht in einer sehr populären Sprache, Ihr sprecht nicht einmal hebräisch, damit Euch jeder verstehe. Warum aber seid Ihr, die Ihr Jahr für Jahr diese bitteren Wahrheiten, die nuo angeblich Wahrheiten sind, verkündet, warum seid Ihr so schwach?