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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 404

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 404 (sequence 407)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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404 14. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte besten geeignete Muster dar. Haben wir mit dem, was wir schufen und was wir bauten, gesündigt? Sieht so die „rote Gefahr" aus, die von uns droht? (Zwischenruf B. WEINSTEIN: Nein, so nicht!) Man hält uns jedoch auch politische Sünden vor: wir seien Sozialisten, und eine der schrecklichsten Sünden, die wir begangen haben, sei, daß wir, als das große Unglück geschah, das nicht nur uns, sondern die ganze Welt erzittern ließ —, daß wir, die Arbeiter von Erez Israel, als das Unglück in Oesterreich geschah, dorthin Geld schickten und den österreichischen Arbeitern Hilfe brachten. Damals sagten unsere Gegner in Versammlungen, denen auch ich beiwohnen konnte: „Kercn- Hajessod-Gelder senden die Arbeiter Palästinas nach Oesterreich!' Wen wollt ihr belügen? Was für Keren-Hajessod-Gelder sandten wir5 Wie könnt ihr unser Gewissen so belasten? Unser Geld sandten wilden Lohn eines Arbeitstages, den jeder Arbeiter von seiner Mühe und Arbeit sich absparte (Lebhafter Beifall). Hatten wir dazu kein Recht5 Verneint der Zionismus die Gewissensfreiheit des Menschen, der in Erez Israel lebt und arbeitet? Ich will euch ein Geheimnis verraten. Nicht nur Arbeiter spendeten damals, auch Nichtarbeiter, selbst AU gemeine Zionisten brachten der Histadruth ihre Gabe (Beifall). Aber hier hält man uns etwas anderes entgegen, und das ist nicht ehrlich, Herr Großmann. Sie sagen: j,Ihr habt Geld nach Oesterreich geschickt, warum schickt ihr keines für die verhafteten Zionisten nach Rußland?4' Wie könnt ihr das behaupten? Helfen wir nicht den russischen Juden? Wer arbeitet am aktivsten in der Organisation „Magen4? Unsere Genossen in den Kwuzoth und Moschawim schicken ihren Angehörigen in Rußland Hunderte und Tausende Pfund, um sie von dort herauszubekommen (Lebhafter Beifall). Wie kann man also solche Verleumdungen verbreiten? Mit welchem moralischen Recht tut Ihr das? Was für ein moralisches Recht habt Ihr, von dieser Tribüne vor der ganzen Welt solche Verleumdungen zu verbreiten? Eine kurze Bemerkung zur Frage der getrennten Erziehung. Man behauptet, wir spalten das Erziehungswerk. Berl Katznelson hat schon davon gesprochen und gezeigt, wer die ersten waren, die das Erziehungswesen Palästinas spalteten. Ich kenne diese Sache nicht nur aus der Theorie oder vom Hörensagen; denn ich habe diese Zeit selbst erlebt. Ich verfolgte die Entwicklung und erinnere mich noch gut der Zeit, als die Mädchenschule in Jaffa gebaut wurde. Damals gab es Leute, die dagegen auftraten und vorschlugen, in den Schulen der Alliance zu arbeiten, die bestehenden Schulen mit unserem Geiste zu erfüllen. Wir arbeiteten in den Schulen der Alliance und der Mission. Es fanden sich idealistische, chaluzische Lehrer, die sich dieser Aufgabe mit Hingabe widmeten. Es gab eine kleine Gruppe von Lehrern, die in Rosch Pinnah und anderen Kolonien mit außergewöhnlicher Hingabc arbeiteten. Was erreichten sie? Was erreichte die Arbeit des verstorbenen Wilkowitsch in Rosch Pinnah? Was die Arbeit der anderen Lchrer-Chftluzim? Nichts konnten sie ändern, ebensowenig wie die Lehrer der Alliance. Wann trat erst eine Aenderung ein? Wann begann die hebräische Sprache in den Schulen der Alliance Fuß zu fassen?

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