Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 402 (sequence 405)
- Language
- German, English, Hebrew
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402 14. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte Partei schaden könnte; uns wird er nicht schaden. Aber jetzt kommt pian zum Kongreß und predigt dasselbe, was ich bereits in den Städtchen Polens gehört habe. Man stellt die Arbeiterschaft in einem Licht dar, daß ein Abseitsstehender, ein Neuling auf zionistischen Kongressen, daß unsere Jugend, die zum ersten Mal am Kongreß teilnimmt, es nicht begreifen kann. Manche Palästinenser, die all das hören, fragen: „Ist es wirklich so? Das ist die Arbeiterschaft? Haben wir das verdient?u Das fragen einfache Menschen aus Palästina, keine zionistischen Führer; sie kennen die Wirklichkeit von Erez Israel und nun hören sie, was man hier sagt. Man hat es hier als einen der Grundsätze der Histadruth hingestellt, daß sie Juden das Recht auf Arbeit raubt, und behauptet, wer nicht in der Histadruth ist, habe keine Möglichkeit, Arbeit zu bekommen. Vor mir sprach hier ein Arbeiter aus Erez Israel, der auf die Worte des Herrn Stupp hinwies. Ich war bei der Krakauer Konferenz anwesend und habe gehört, was Herr Stupp dort sagte; ich hörte aber auch seine Worte hier am Kongreß. Da habe ich mich geschämt und mich gefragt: Wie kann ein Mensch hier von dieser Tribüne das gerade Gegenteil von dem sagen, was er vor ein paar Wochen erklärt hat? Dort sagte er ausdrücklich, daß die Histadruth dem Allgemein-zionistischen Arbeiter keinerlei Unrecht zufüge. Vielleicht hatte er dort gesehen, daß ich bei jener Konferenz anwesend war, und traute sich daher nicht, solche Lügen zu verbreiten. Denn Herr Stupp weiß, daß die Allgemein-zionistische Jugend von uns unter stützt wird. Er weiß, daß in Daganiah seit zwei Jahren ganze Kwuzoth des „Hanoar Hazioni44 aus Rumänien und Transsylvanien arbeiten; er weiß, daß in Ramath David Kwuzoth des Hanoar Hazioni vom Bund der Kwuzoth untergebracht wurden, dasselbe in Geva, dasselbe in Kiriath Anawim; bei all diesen Kwuzoth wurden Gruppen der Allgemein-zionistischen Jugend geschaffen. In Krakau wagte Herr Stupp also nicht, solche Lügen zu verbreiten. Wie konnte er es hier tun? Wer wird so dumm sein, ihm zu glauben, daß wir Ausbeuter sind? Wer wird der Allgemein-zionistischen Jugend helfen, wenn nicht wir? Jene, die sie nur für politische Zwecke benützen wollen, werden ihr gewiß nicht helfen. Ihre Hilfe wird nur bis zum ersten Arbeitskonflikt dauern, bis die Allgemein-zionistischen Arbeiter den ersten Streikposten gegen die Arbeitgeber unter ihren eigenen Parteigenossen aufstellen. Diese ganze Legende, die man hier verbreitet und deren Echo im Galuth zu hören ist, erschreckt die Massen. Man sprach hier ferner von der „großen Gefahr44, daß man die jüdische Jugend aus Deutschland in sozialistische Kwuzoth bringt. Worin besteht eigentlich diese Gefahr? Besucht doch die Kwuzoth Daganiah, En Charod, Giwath Brenner, wo die jüdische Jugend aus Deutschland erzogen wird, und sehet, wozu wir sie dort erziehen! Haben wir dem Zionismus vielleicht dadurch geschadet, daß wir diese Jugend vor der Taufe gerettet und zum Judentum zurückgebracht haben, daß wir sie die hebräische Sprache und das Land lieben lehren, daß wir sie mit dem Boden verbinden, daß wir aus ihnen Arbeiter, treue Söhne