Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 401 (sequence 404)
- Language
- German, English, Hebrew
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Emanueli, Kolodny, Baratz 401 und ihnen sagen: Auf dem Wege des Hasses und Neides gegen die Arbeiter, den ihr bisher gegangen seid, entfernt ihr nur die Arbeiter von euch. Durch einen besonderen Arbeiterverband löst ihr diese Frage nicht. Wenn dieser Verband bestehen, seine Aufgabe erfüllen, landwirtschaftliche Arbeiter erziehen und Arbeiterinteressen wahrnehmen will, dann muß er vor allem gegen Herrn Suprasky und Genossen kämpfen. So müßte die Antwort Dr. Stupps an seine Freunde lauten. Der Irgun ist ja in Wirklichkeit geschaffen worden, nur um eine Partei zu stärken; er vertritt gar nicht die Interessen des Allgemein-zionistischen Arbeiters. Wir haben unsere Rechnung mit der Histadruth, aber wir werden sie selbst austragen. Gewiß ist nicht alles in Ordnung. Wir glauben, daß -das Exekutiv-Komitee der Histadruth die Organisierung der Allgemein-zionistischen Fraktion im Rahmen der Histadruth gestört hat. Wir werden in den Kommissionen unsere Vorschläge darüber unterbreiten. Vor allem muß aber das Prinzip einer einzigen Arbeiter- Organisation gewahrt werden. Die große Mehrheit der allgemein-zionistischen Arbeiter, die in Palästina leben, wird es nicht zulässen, daß Arbeitgeber diese Tribüne für ihre Parteiinteressen ausnützen (Beifall). JOSEF BARATZ (Arb., Litauen, von der Linken stürmisch begrüßt -•- spricht hebräisch): Einer meiner Freunde hat hier erklärt, daß wir vor der Hetze, die gegen uns von verschiedener Seite geführt wird, keine Angst haben. Ich kann dem nicht zustimmen. Ich hatte vor kurzem Gelegenheit, Polen zu besuchen, und war in vielen Städten und Städtchen. Ich kam mit vielen einfachen Juden zusammen und hörte dort dieselben Worte, die ich von dieser Tribüne von Herrn Großmann und anderen gehört habe. Ich traf auch mit Gegnern zusammen und hörte das Echo all dieser Reden aus ihrem Munde. Ich fürchte, daß diese Hetze für uns gefährlich werden kann; uns, der Arbeiterfraktion, wird sie freilich nicht schaden, uns wird sie die Menschen nicht entfremden. Die Wahlen zum Kongreß haben bewiesen, daß wir für uns keine Angst zu haben brauchen. Aber ich fürchte, daß diese Worte zu einer Abkehr vom Zionismus führen, daß sie die jüdischen Massen zur Verzweiflung bringen. Was die Revisionisten, die Anhänger Großmanns und andere in diesen Jahren vorgebracht haben, die Erez Israel in demselben Licht darstellen wie die Gegner des Zionismus, immer nur die negativen Seiten zeigen, als ob es keinen einzigen Lichtstrahl im Leben von Erez Israel gäbe —, all das bringt die Massen zur Verzweiflung. Gibt es einen Unterschied zwischen der Literatur fieser Zionisten und jener der antizionistischen „Volkszeitung" in Warschau? Nach ihren Worten ist alles schlecht. Jahrelang haben die Zionisten über den Opfermut der Chaluzim gesprochen, sie in den Himmel gehoben und damit die jüdischen Massen begeistert. Jetzt spucken sie in »die Quelle, aus der sie getrunken. So rauben sie doch den jüdischen Massen, die keine andere Hoffnung und keinen anderen Winkel auf Erden haben, den letzten Rest von Vertrauen und Hoffnung. Diesen Einfluß fürchte ich; nicht weil er vielleicht unserer 26